China: Erzwungene Geständnisse im TV-TribunalARTE Reportage

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23 Min.
Verfügbar vom 05/06/2020 bis 30/05/2090
In den letzten 5 Jahren, seitdem Xi Jinping zum Staatspräsidenten Chinas ernannt wurde, mussten dutzende Anwälte, Journalisten und Menschenrechtler im chinesischen Staatsfernsehen CCTV ihre „Verbrechen gegen Volk und Staat“ gestehen. Gut 100 solcher Geständnisse wurden seit 2013 ausgestrahlt, zum Teil noch vor der Verurteilung der „Täter“. 

Die Tribunale in Form eines Volksgerichtshofs in digitalen Zeiten sollen die Autorität der Partei gegen alle Zweifler und Kritiker verteidigen.  

Die Inszenierungen der „Geständnisse“ ähneln sich: Mal filmen sie in einer Gefängniszelle, mal in einem extra dafür hergerichteten Raum; die Frauen und Männer gestehen ihre Verbrechen gegen Volk und Regierung nach einem für sie vorbereiteten Manuskript; am Ende entschuldigen sie sich für das, was sie getan haben sollen, ehe sie häufig zu schweren Strafen verurteilt werden.
Es ist selten, dass die Opfer oder die Zeugen dieser Prozedur darüber reden. Aber wenn, dann  erzählen alles das Gleiche: Sie wurden in der Haft bedroht und gefoltert, damit sie öffentlich gestehen, was man ihnen vorwirft. Ein ehemaliger Journalist aus England wurde in China zu einem solchen Geständnis gezwungen. Nach der Haft und der Rückkehr in seine Heimat sah er, dass sein Geständnis vom neuen Auslandssender des chinesischen Staatsfernsehens auch in Europa weiter ausgestrahlt wurde. Er meldete das der britischen Aufsichtsbehörde. Dies ist eine schwerwiegende Anklage gegen das kommunistische Regime in Peking, das gerade  eine neue „Weltordnung der Medien“ ganz in seinem Sinne etablieren will.


  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2020