Re: Das ewige Pendeln des EU-Parlaments
31 Min.
Verfügbar bis zum 15/02/2027
Sendung vom 18/02/2026
Jeden Monat zieht das komplette Europäische Parlament um. 720 Abgeordnete und Tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wechseln für knapp vier Tage von Brüssel ins rund 400 Kilometer entfernte Straßburg – um danach wieder zurückzukehren. Eine Regel, die längst nicht mehr alle für sinnvoll halten. Kann sich Europa diesen "Wanderzirkus" wirklich noch leisten?
Zwölfmal im Jahr pendelt das komplette EU-Parlament für knapp vier Tage von Brüssel nach Straßburg – so ist es in den Europäischen Verträgen festgelegt. Denn während Gesetze und Mehrheiten in Brüssel vorbereitet werden, finden die meisten Plenarsitzungen und Abstimmungen in Straßburg statt. Der Umzug ist längst zu einer Routine geworden, die alle mitmachen müssen, die aber kaum jemand will.
Eine der wenigen Abgeordneten, die sich jeden Monat auf den Ortswechsel freuen, ist Fabienne Keller, die ehemalige Bürgermeisterin von Straßburg. Sie betont den wirtschaftlichen Nutzen für die Stadt und sieht die ständige Standortdebatte gelassen. Denn eine Änderung des Parlamentssitzes ist nur mit Zustimmung Frankreichs möglich – und die gilt als äußerst unwahrscheinlich.
Auch Sabine Verheyen, Vizepräsidentin des EU-Parlaments, begrüßt die regelmäßigen Umzüge: Straßburg habe großen Symbolwert für die historische Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland - und damit für das Friedensprojekt Europa.
Doch viele Abgeordnete sind vom Dauerpendeln genervt. Martin Schirdewan, Co-Vorsitzender der Linksfraktion, hält den monatlichen Umzug für "völlig aus der Zeit gefallen". Er koste Geld und Arbeitszeit und sei zudem umweltschädlich. Auch Reinier van Lanschot von der Reformpartei Volt sieht in Straßburg kein starkes Symbol mehr. Gesetze entstünden in Brüssel – in Abstimmung mit Europäischem Rat und Europäischer Kommission. Der ständige Wechsel sei heute eher ein Sinnbild für die Ineffizienz der EU.
Am Ende bleibt eine einfache, aber unbequeme Frage: Ist der monatliche Umzug Ausdruck europäischer Stärke – oder ein Relikt, das dem Vertrauen in die Politik sogar schadet?
Land
Deutschland
Jahr
2025
Herkunft
WDR
Re: Das ewige Pendeln des EU-Parlaments
Re: Wenn das Geld für Tampons und Binden fehlt
Re: Der Lehrer, der Genies macht
Re: Malta - Wüste oder Wasserlabor der Zukunft?
Re: Georgiens Kinder, für tot erklärt und dann verkauft
Re: Die Retter von Rumäniens Lost Places
Re: Zu viele Wildschweine in Belgien?
Re: Bombenalarm auf der Bühne
Die Oper in Lwiw trotzt dem Krieg
Re: Kiruna, eine Stadt zieht um
Re: Rumäniens Psychiatrie der Hoffnung
Re: Lettland rüstet sich gegen Putin
Re: Letzte Reise nach Belgien, zur Sterbehilfe
Re: Rettet alkoholfreier Wein die Winzer?
Re: Aufstand der Orcas?
Re: Junge Frauen und der harte Weg aus der Armut
Re: Das Austernwunder von Portugal
Re: Cosplay - Das Spiel mit einer anderen Identität
Re: Belgiens Mikrobrauer mit Herz und vollem Risiko
Re: Wenn Arbeiter Chefs werden
Re: In der Falle der Loverboys
Auch interessant für Sie
Kanada: Leben mit Bären
ARTE Reportage
Nice to meet you : Österreich
Durch Europa mit Jagoda Marinić
Roots
Nicht nur im Süden: Der Kampf gegen die Wüste
Wie wurde Europa zum Mittelpunkt der Welt?
Offene Ideen mit Fabrice Argounès
Prostitution in Europa: Legalisieren oder verbieten?
ARTE Europa Weekly
Re: Mädchen-Power für ein uraltes Ritual
Kolumbien: Kinder als Auftragsmörder
ARTE Reportage
Re: Die Ärzte der Ägäis
Mit offenen Daten
Telegram: Das Reich der Cyberkriminellen
Die meistgesehenen Videos von ARTE
Die Farben der Antike
Langeweile - Das unerforschte Gefühl
Mit offenen Karten - Im Fokus
Straße von Hormus: Meerenge blockiert?
Die Ära der Welt ohne Regeln
Masha on Russia
Wurde die Sklaverei aus moralischen Gründen abgeschafft?
Stimmt es, dass ...?
Mit offenen Karten - Im Fokus
Zypern - zwischen EU und Iran
ARTE Journal - 13/03/2026
Iran / Russisches Öl / Wim Wenders und die Musik
Mit offenen Karten - Im Fokus
Drohnen: ukrainische Expertise
Twist
Wie viel Punk steckt noch im Punk? 50 Jahre Rebellion
Mit offenen Karten - Im Fokus
Atomare Abschreckung: Schutzschirm für Europa?