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31 Min.
Verfügbar bis zum 11/03/2027
Sendung vom 12/03/2026
In Viterbo, einer italienischen Stadt mit jahrhundertealter Tradition, wird jedes Jahr am 3. September die fast 30 Meter hohe Macchina di Santa Rosa von über hundert Männern durch die Altstadt getragen. Für viele ist dieses Ritual identitätsstiftend. Doch Viterbo verändert sich: Eine neue Generation stellt in Frage, wieso diese Tradition Männern vorbehalten ist.
Im Zentrum der Entwicklung steht die 13-jährige Stella: Sie war das erste Mädchen, das in den Verein der Mini-Macchina aufgenommen wurde – jener Kindertradition, aus der später die Träger der großen Macchina hervorgehen. Nun bereitet sie sich auf ihre wichtigste Herausforderung vor: Zum ersten Mal darf sie die steile Etappe zum Santuario di Santa Rosa tragen, ein symbolisches Highlight des Rituals.
Stellas Vater David ist selbst Träger und unterstützt den Traum seiner Tochter – auch wenn der Wunsch für Mädchen noch immer ungewöhnlich ist. Stellas Cousin Matteo erlebt die Tradition hingegen selbstverständlich aus der männlichen Perspektive – ein Kontrast, der zeigt, wie tief verwurzelt die Rollenbilder in Viterbo sind.
Eine Schlüsselfigur dieser kleinen Revolution ist Gianni Baiocco, selbst Träger und Vorsitzender des Vereins der Mini-Macchina des historischen Zentrums. Er war einer der Initiatoren, die vor zwei Jahren die Aufnahme von Mädchen ermöglichten – ein mutiger Schritt, denn diese Entwicklung ist nicht nur auf Befürworter gestoßen. Doch er sichert auch die Zukunft der Tradition, denn die dünn besiedelte Gegend hat ein Nachwuchsproblem.
Am Tag des Mini-Macchina-Umzugs wird sich zeigen, wieweit Wille und Kraft von Stella ausreichen. Und Viterbo fiebert mit.
Die Frage bleibt, wie weit eine jahrhundertealte, männlich geprägte Tradition bereit ist, sich zu öffnen.
Eine 30-minütige Reportage über Mut, kulturelles Erbe und den Wandel einer Stadt zwischen Glauben, Tradition und einer neuen Generation.
Land
Deutschland
Jahr
2025
Herkunft
RBB
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