Re: Nähen für Europa - Die unsichtbaren Frauen von Durrës

2 Min.

Verfügbar ab dem 26/06/2026

TV-Ausstrahlung am Freitag, 26. Juni um 19:40

In Albanien fertigen Tausende Frauen unter hohem Zeitdruck und harten Bedingungen Schuhe und Kleidung für europäische Marken. Viele können von dem Lohn kaum leben. Während Aktivistinnen bessere Bedingungen und freie Gewerkschaften fordern, kämpfen Fabriken um Aufträge und niedrige Kosten. Wer zahlt den Preis für Europas Fast-Fashion?

Flutura Onuzi arbeitet in einer Schuhfabrik bei Durrës. Wie viele Beschäftigte der albanischen Textil- und Schuhindustrie verdient sie den gesetzlichen Mindestlohn von rund 515 Euro brutto – und arbeitet dafür bis zu 50 Stunden pro Woche. Für Flutura reicht dieses Einkommen kaum zum Leben.

Die Branche beschäftigt überwiegend Frauen und zählt zu den wichtigsten Exportzweigen des Landes. Hoher Zeitdruck und körperlich belastende Arbeit prägen ihren Alltag. Vielen Arbeiterinnen ohne höheren Schulabschluss bleibt jedoch keine Wahl, als jede Beschäftigung anzunehmen, um ihre Familien zu versorgen.

Fluturas Tochter Ferdez Onuzi engagiert sich für Arbeitnehmerrechte. Die Aktivistin versucht, eine unabhängige Gewerkschaft in der Bekleidungsindustrie aufzubauen. Vor Fabriktoren spricht sie Arbeiterinnen an und organisiert Treffen. Viele Frauen berichten von unbezahlten Überstunden, mangelndem Arbeitsschutz oder fehlender sozialer Absicherung. Nur wenige sind bereit, öffentlich über ihre Situation zu sprechen, da die Angst vor dem Jobverlust groß ist.

In einer Bekleidungsfabrik nahe Tirana arbeitet Produktionsmanager Elidon Avrami. Der Betrieb produziert für europäische Auftraggeber. Avrami verweist auf den internationalen Wettbewerbsdruck. Die Preise würden von den Auftraggebern bestimmt, während die Fabriken vor Ort um jeden einzelnen Auftrag kämpfen müssten.

Land

Deutschland

Jahr

2026

Herkunft

ZDF

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