Re: Allein mit 18, wenn staatliche Fürsorge endet

31 Min.

Verfügbar ab dem 09/09/2026

TV-Ausstrahlung am Mittwoch, 9. September um 19:40

Während der 18. Geburtstag für viele ein Grund zum Feiern ist, beginnt für sogenannte Careleaver oft eine Phase großer Unsicherheit. In Heimen oder Pflegefamilien aufgewachsen, müssen sie plötzlich allein zurechtkommen, wenn die Jugendhilfe mit der Volljährigkeit endet. In Italien haben sich Careleaver vernetzt, um für mehr Rechte und gesellschaftliche Sichtbarkeit zu kämpfen.

Mal eben die Eltern um Rat fragen, finanzielle Unterstützung bekommen oder die Sicherheit haben, im Notfall nicht allein zu sein – all das bleibt vielen Careleavern vorenthalten. Gerade in Italien leben junge Erwachsene oft noch lange bei ihren Familien, während Careleaver schon früh vollständig auf sich gestellt sind. Entsprechend schwierig ist für viele der Start ins Erwachsenenleben: Wohnraum finden, eine Ausbildung abschließen oder psychische Belastungen bewältigen. Hinzu kommt ein hartnäckiges Stigma. Viele Menschen wissen kaum etwas über das Leben in Heimen oder Pflegefamilien – und begegnen Careleavern mit Vorurteilen oder Misstrauen, etwa als Vermieterinnen und Vermieter oder Arbeitgebende. Die Folgen sind häufig prekäre Lebensverhältnisse, soziale Isolation oder sogar Obdachlosigkeit.

Mit dem Verein Agevolando ist in Italien ein europaweit einzigartiges Netzwerk entstanden, in dem Careleaver einander den Rückhalt geben, den sie sonst oft vermissen. Aus der Gemeinschaft wächst auch politisches Engagement. Die 23-jährige Olga besucht ein nationales Netzwerktreffen und erlebt mit, wie aus Zusammenhalt Stärke entsteht. Gleichzeitig arbeitet Vereinsgründer Federico Zullo unermüdlich daran, Careleavern Gehör zu verschaffen – auch auf politischer Ebene. Sein Engagement hat dabei auch persönliche Gründe.

Land

Deutschland

Jahr

2026

Herkunft

SWR

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