Die Reservisten verstärken die Reihen einer Armee, in der ab dem 18. Lebensjahr Wehrpflicht besteht. Von der internationalen Öffentlichkeit an den Pranger gestellt und von UN-Ermittlern der Kriegsverbrechen beschuldigt, soll die Armee laut einem hochrangigen israelischen Vertreter über 70.000 Palästinenser im Gazastreifen getötet haben.
Was passiert mit diesen jungen Wehrpflichtigen, wenn sie ihre Uniform wieder ausziehen dürfen? Nach Angaben des Verteidigungsministeriums leiden offiziell etwa 10.000 von ihnen unter posttraumatischem Stress. Um ihre seelischen Wunden zu heilen und Abstand vom Krieg zu gewinnen, reisen viele Reservisten auf der sogenannten „Hummus-Route“ durch Indien. Mit Hilfe von Alkohol, Drogen, Yoga und Meditation versuchen sie, ihre Kriegsdämonen zu vertreiben. Fast ein Jahr lang brauchte Antoine Védeilhé, um diese Soldaten, die ins zivile Leben zurückgekehrt sind, davon zu überzeugen, vor seiner Kamera über ihre Geschichten und ihren Schmerz zu reden. In Begleitung des Fotojournalisten Yonathan Weitzman (World Press Photo Award 2008) sammelte er die raren Erfahrungsberichte junger Männer, die monatelang im Gazastreifen kämpften. Ein Fallschirmjäger berichtet sowie ein religiöser Zionist, dem ein Hamas-Scharfschütze die Schulter zerschoss, und ein Elitesoldat… An den Stränden Südindiens und in den Vororten Jerusalems erzählen sie, wie der Krieg sie innerlich zerstörte – Reue aber zeigen sie nicht.