Borys Ljatoschynskyj (1895–1968) zählt zu den prägenden Komponisten der ukrainischen Musik des 20. Jahrhunderts. Sein Slawisches Konzert für Klavier und Orchester, op. 54, das Mitte der 1920er-Jahre entsteht, gehört zu den frühen Schlüsselwerken seines Schaffens. Zwischen spätromantischer Expressivität und moderner Harmonik entwickelt Ljatoschynskyj eine eigenständige musikalische Sprache. Kraftvolle orchestrale Gesten, dunkle Klangfarben und markante Kontraste prägen das Werk ebenso wie der virtuose und zugleich lyrische Solopart.
Mit diesem Konzert formuliert Ljatoschynskyj einen eigenständigen musikalischen Standpunkt, der sich von den ästhetischen Strömungen seiner Zeit abhebt und die ukrainische Musiktradition hörbar macht. Das Werk eröffnet zugleich eine Perspektive auf die europäische Musikgeschichte, die lange wenig Beachtung findet.
Die musikalische Leitung übernimmt die ukrainisch-kanadische Dirigentin Keri-Lynn Wilson. Den Solopart spielt der ukrainische Pianist Maksym Shadko, der 1993 in Charkiw geboren wird. Nach seiner Ausbildung unter anderem an der Nationalen Universität der Künste in Charkiw, an der er 2022 promoviert, wird er bei mehreren internationalen Wettbewerben ausgezeichnet, darunter einem Wettbewerb zu Ehren von Borys Ljatoschynskyj. Begleitet wird er vom National Symphony Orchestra der Ukraine sowie Mitgliedern der Kiew Camerata.
Aufzeichnung vom 3. Juni 2026 in der Nationalphilharmonie der Ukraine, Kiew, Ukraine.