Ein Pferd, das einen Pflug über einen staubigen Acker zieht. Pferde, die auf klapprigen Karren Ernte, Einkäufe oder Menschen transportieren. Was uns wie eine Szene aus einer lang vergangenen Zeit vorkommt, ist im Nordosten Rumäniens heute immer noch Alltag. Dort sind Pferde überlebenswichtig. Viele der rund 250.000 Arbeitspferde leben unter harten Bedingungen.
Vor 18 Jahren reiste der deutsche Hufschmied Markus Raabe erstmals dorthin. Was er sah, schockierte ihn: abgemagerte Tiere, offene Wunden, Pferde am Ende ihrer Kräfte. Er gründete die Hilfsorganisation Equiwent. Heute betreibt sie eine Tierklinik, eine mobile Hufklinik, eine Suppenküche, Bildungsprojekte an Schulen und unterstützt notleidende Familien, die ohne fließendes Wasser leben, Kinder, die in bitterer Armut aufwachsen, und ein Waisenheim, welches es ohne Hilfe nicht mehr geben würde.
Die Reportage begleitet Raabe und sein Team bei ihrer täglichen Arbeit. Sie fahren von Dorf zu Dorf, versorgen Arbeitspferde, verteilen Medikamente und beraten die Besitzer. Für Raabe gibt es für die Hilfe nur eine Bedingung: Sie unterstützen nur diejenigen, die ihre Tiere gut behandeln. In den Schulen vermitteln die Tierärztinnen Andreea Capmaze und Veronica Moresan von Equiwent, dass Tiere keine Werkzeuge, sondern fühlende Lebewesen sind. Markus Raabe hilft längst nicht mehr nur Tieren. Für ihn gehören Tier- und Menschenschutz untrennbar zusammen. Jeden Tag kämpft er gegen Not, Hoffnungslosigkeit und die Frage, ob seine Hilfe ausreicht.