„Mit offenen Daten“ machte auf Facebook Dutzende von Gruppen ausfindig, die sich dem Kauf und Verkauf geraubter Kulturgüter widmen, obwohl die Plattform diesen Handel seit 2020 eigentlich verbietet und er laut syrischem Gesetz mit bis zu 25 Jahren Freiheitsentzug bestraft werden kann. Einige der auf Facebook angebotenen Objekte stehen auf der von der UNESCO erstellten Roten Liste der gefährdeten syrischen Kulturgüter.
Um das Treiben auf dem Schwarzmarkt zu dokumentieren, schleusten sich die Journalisten in ein Dutzend dieser Gruppen ein, die insgesamt mehr als 250.000 Mitglieder zählen. Sie traten in Kontakt zu Mittelsmännern und Verkäufern und erhielten Einblick in ihre Methoden. Durch den Abgleich ihrer Posts, Fotos und Videos mit Satellitenbildern gelang es ihnen, geplünderte Fundstätten zu lokalisieren und so die Folgen der zunehmenden illegalen Ausgrabungen in den letzten zehn Jahren zu ermessen.
Um echte Stücke von Fälschungen zu unterscheiden, zog das Team mehrere unabhängige Experten hinzu, die Keramiken, Öllampen, antike Münzen sowie ein bemerkenswertes Objekt im Wert von mehreren Zehntausend Euro authentifizierten. Der Verkäufer bot sogar an, es bis in den Libanon zu transportieren, wo zahlreiche geraubte Kulturgüter „weißgewaschen“ werden, bevor sie auf den westlichen Markt gelangen.
Die Recherche deckt einen florierenden Schwarzmarkt auf, der ein unschätzbares Kulturerbe bedroht und die Frage aufwirft, wie ernst es Internetplattformen wie Facebook mit ihrer Verantwortung nehmen.
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Chefredakteur: Sylvain Pak