Moskau, 1996: Die Finnin Laura studiert in der russischen Hauptstadt Archäologie. Sie bemüht sich, in das Leben ihrer Geliebten Irina hineinzupassen, doch entflieht schließlich mit dem Arktika-Zug, allein mit ihrem Liebeskummer, Rucksack und Videokamera, nach Murmansk. Ihr Ziel: dort die Petroglyphen, historische Felszeichnungen, zu besichtigen.
In ihrem Schlafabteil begegnet Sie Ljoha, einem russischen Minenarbeiter, der ein lebendig gewordenes Vorurteil zu sein scheint: Alkoholisiert und derb ignoriert er jegliche Intimsphäre. Laura versucht, ihrem Nachbarn zu entkommen, scheitert jedoch an der Schaffnerin. Selbst in den engen Gängen des Zuges schafft sie es nicht, ihm auszuweichen. Laura bleibt nichts anderes übrig, als sich dem aufdringlichen Charakter zu stellen.
Trotz Kultur- und Charakter-Clash der beiden kommt es zu einer behutsamen Annäherung. Während Laura mit ihrer Kamera versucht, an ihrem zurückgelassenen Leben in Moskau festzuhalten, fürchtet Ljoha sich vor einem perspektivlosen Leben im Bergbau. Mit zögerlichem Vertrauen verbringen die beiden während eines Zwischenstopps einen Abend im Hinterland. Schließlich am Ziel in Murmansk kommt noch mal alles ganz anders …
"Abteil Nr. 6" überzeugt durch seine Erzählweise. Der Film wirft einen originellen Blick auf die Themen Selbstfindung und menschliche Begegnungen im Hier und Jetzt. Auf einer amüsanten und zutiefst berührenden Reise werden die Protagonisten, ganz ohne Kitsch, mit der Wahrheit ihrer Gefühle konfrontiert.