Die Stadt im Bundesstaat Gujarat an der Grenze zu Pakistan, die 90 % der weltweit im Umlauf befindlichen Diamanten schleift, leidet unter den Sanktionen des Westens gegen den Kauf von Diamanten aus Russland, dem größten Diamantenschürfer der Welt. Vor dem Krieg wurden 95% der russischen Diamanten in Indien geschliffen. Nun kommen sie nur noch tröpfchenweise an.
Seit Beginn der Sanktionen wurden deshalb schon über 30.000 Arbeitsplätze abgebaut, Tausende weitere sind in dieser Industrie mit fast einer Million Beschäftigten gefährdet. Die gesamte indische Branche betroffen: Die Exporte sind innerhalb eines Jahres um 30 % zurückgegangen, ein Verlust von wohl 800 Millionen US-Dollar.
Surat setzt nun verstärkt auf die Produktion von synthetischen Diamanten. In über 4000 Reaktoren stellen sie diese Laborsteine her. Da synthetische Edelsteine ethischer sind, umweltfreundlicher und billiger als natürliche Diamanten, sind sie bei Käufern und Juwelieren sehr beliebt, denn mit bloßem Auge kann man einen synthetischen nicht von einem natürlichen Diamanten unterscheiden. Indien ist heute nach China der zweitgrößte Produzent von Labordiamanten Eine sanfte Art, seinen Ruf zu polieren und die Krise um die russischen Diamanten zu überleben.