Wie Zacken von Sternen ragen die scharfen Winkel und der nackte Beton des in den 1970er Jahren von Jean Renaudie und Renée Gailhoustet entworfenen Wohnkomplexes über die Dächer der Pariser Banlieue. “Les Étoiles“ in Ivry-sur-Seine sind eine rätselhafte und potenziell beunruhigende Erscheinung in der Stadtlandschaft.
Der avantgardistische Komplex besteht aus 40 Sozialwohnungen, Büros und Geschäften, die auf verschiedenen Ebenen in einer Art Pyramidenstruktur angeordnet sind.Das kompositorische Thema des Dreiecks und die grünen Elemente prägen die Strategie, die Präsenz des kalten Betons aufzulockern, um Natur und architektonische Struktur zu vermischen: offene Volumen, innovative Räume, dynamische Zugangswege verleihen dem Komplex eine labyrinthische Note.
Vor diesem urbanen Hintergrund gehen die Bewegungen der Protagonisten nahtlos in die geometrischen Formen und Gemeinschaftsbereiche über und spiegeln die Komplexität der menschlichen Beziehungen inmitten modernistischer Strukturen wider. Der Gedanke, dass etwas nach uns bleibt und auch,dass das Prinzip des Entwurfes heute noch besticht, inspirierte den Choreograph und Tänzer Dovydas Strimaitis. “Selbst, wenn Beziehungen zerbrechen – auf irgendeiner Ebene bleiben wir miteinander verbunden, selbst wenn der Sozialismus zerbricht – bleibt etwas davon zurück.“
Aufzeichnung von Juni 2024 bei Les Étoiles in Ivry-Sur-Seine, Frankreich.