Das zentrale Thema sind die Tenebrae-Responsorien von Carlo Gesualdo: Sechs Sänger*innen von Les Arts Florissants interpretieren diese im 16. Jahrhundert für die Osterwoche geschriebenen Seiten. Ihre ebenso schlichte wie inbrünstige A-capella-Performance füllt den gesamten Raum.
Vier Tänzer*innen bewegen sich auf der Bühne gleichsam als physische Verlängerung dieses Klangraums. Mit einer zwischen Spannung und Loslösung wechselnden Gestik verkörpern sie sowohl die Strenge der Klassik als auch die Explosivität der Street-Dance-Stile.
Das Projekt von Paul Agnew und Amala Dianor ist das Ergebnis der gemeinsamen Erforschung des italienischen Fürsten und Komponisten Carlo Gesualdo, einer ebenso faszinierenden wie gepeinigten Figur der Spätrenaissance. Seine verstörend modernde Musik befruchtete hier ein Werk, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart kreuzen, ohne jedoch miteinander zu verschmelzen.
Aufzeichnung vom 18. Juni 2026 beim Festival Nuits de Fourvière, Lyon.