In Schleswig-Holstein werden immer mehr verwaiste Fischotter gefunden, deren Mütter durch Wildunfälle umgekommen sind – was die traurige Begleiterscheinung einer eigentlich positiven Entwicklung ist: Die Fischotter kehren nach Deutschland zurück. Über Dänemark, Polen, Tschechien breiten sich die Wassermarder wieder weiter Richtung Süden und Westen aus. Auf ihren Wanderungen werden ihnen dabei häufig Straßen zum Verhängnis. Nur der Umbau von Brücken mit Durchlässen und Stegen unter den Straßen kann das verhindern.
Zudem ist die Rückkehr der Fischotter eine Entwicklung, die nicht allen gefällt. Gerade die Besitzer großer Fischteiche stehen oft einem Problem gegenüber, denn die wendigen und flinken Fischotter sind ausgezeichnete Jäger und können einen Teichbestand bis an die Existenzgrenze reduzieren. Hier ist die Politik gefragt: Hilfe und Ausgleichszahlungen sind nötig, denn Fischotter stehen unter strengem Schutz. Umso wichtiger ist es, dass Mensch und Tier da, wo Lebensraum und Bedürfnisse von beiden aufeinandertreffen, Lösungen gefunden werden.
Christian Erdmann beschränkt sich derweil auf die Aufzucht der verwaisten Otter. Eine Herausforderung ist es, für diese Tiere Partner zu finden, denn gerade in den ersten Monaten sind Fischotter auf gleichaltrige Gesellschaft angewiesen. So unversöhnlich, wie sich Fischotter als Erwachsene gegenüberstehen, so dringend brauchen sie anfangs Gefährten. Die Suche nach Gesellschaft für ein Jungtier namens Felix ist daher besonders wichtig, damit auch er nach einem Jahr als starker und überlebensfähiger Otter wieder ausgewildert werden kann.