Die ukrainische Tänzerin Mariia Yakobchuk, die in Berlin lebt, und die ukrainische Regisseurin Kateryna Gornostai, ansässig in Kiew, haben den Ort für diese Dance Plus City Episode bewusst gewählt. Der Hochzeitspalast in Vilnius, der 1974 eingeweiht wurde, ist ein markantes Beispiel der modernistischen Architektur aus der Sowjetzeit, wie man sie auch in der Ukraine findet. Mariias Tanz symbolisiert das Erwachen ihres weiblichen Geistes an einem Ort, der traditionell für das Ritual der Eheschließung von zwei Menschen vorgesehen ist.
Mit seinen plastischen Formen und der dynamischen, volumetrischen Komposition fügt sich das Gebäude harmonisch in die umgebende Natur ein. Die vertikale Gliederung der Fassade korrespondiert mit den Bäumen im angrenzenden Park, während die prägnante Treppe der Fassade als symbolische Brücke dient, die die Lebenswege der Menschen miteinander verbindet.
Im Inneren des Palastes befinden sich prächtige Räume, die für Hochzeits- und Namensgebungsrituale gestaltet wurden. Die Tänzerin bewegt sich allein durch diese Räume mit ihren klar definierten Funktionen: Räume, in denen sich die Paare vorbereiten, das Vorzimmer, in dem die Gäste warten, und andere, in denen die „großen Entscheidungen“ getroffen werden. Der von Konstantinas Šatūnas entworfene Kronleuchter, der aus 2000 Kritallröhren zusammengesetzt ist, ist zweifellos das Herzstück des Prunksaals.
Aufzeichnung von Juli 2024 im Hochzeitspalast in Vilnius, Litauen.