Michelangelo, Skandal in der sixtinischen Kapelle
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Michelangelo, Skandal in der sixtinischen Kapelle
53 Min.
Verfügbar bis zum 21/12/2026
TV-Ausstrahlung am Montag, 22. Juni um 02:45
Das Italien der Renaissance scheute sich nicht vor nackten Körpern. Davon zeugt Michelangelos monumentaler "David", 1504 auf der Piazza della Signoria in Florenz aufgestellt. Doch vierzig Jahre später lösten die Aktdarstellungen im Fresko "Das Jüngste Gericht" in der Sixtinischen Kapelle heftige Kontroversen aus und führten zur ersten großen Zensur durch die katholische Kirche.
Nach seiner Enthüllung im Jahr 1541 wurde das Gemälde zunächst als Meisterwerk gefeiert und vom Papst Paul III. sowie den Kritikern der damaligen Zeit gelobt. Da Nacktheit in der Renaissance allgemein akzeptiert war, stieß die Darstellung der nackten Figuren nicht auf Widerstand. Die Virtuosität des Künstlers schien damit besiegelt.
Doch fast 40 Jahre später entbrannten heftige Diskussionen. Pietro Aretino, einflussreicher Schriftsteller, Begründer der modernen literarischen Pornografie und Meister der Erpressung, goss Öl ins Feuer: Unsittlich. Sündhaft. Gotteslästerung. Schließlich berief der Papst das Konzil von Trient ein, um die Kirche zu reformieren und neue Beschlüsse zu erlassen.
Michelangelo war fast 90 Jahre alt, als 1564 – nach zwei Jahrzehnten der Kontroversen – schließlich das unwiderrufliche Urteil fiel: "Das Jüngste Gericht" muss zensiert werden.
Regie
Frédéric Biamonti
Land
Frankreich
Jahr
2025
Herkunft
ARTE F
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