London, Anfang der 1980er Jahre. Patrick Melrose, ein müßiger Aristokrat, konsumiert allerlei Drogen. Als er vom Tod seines verhassten Vaters erfährt, ist er gerade auf einem Herointrip. Euphorisch berichtet er seiner Freundin Julia von dem Todesfall und beschließt, sein Leben zu ändern und endgültig clean zu werden. Doch sobald er in New York ankommt, um die Leiche seines Vaters abzuholen, übermannen ihn die traumatischen Erinnerungen an seine Kindheit und treiben ihn zu weiteren Exzessen...
Heimlicher Trip
"Ich hasse dieses Gift, das von Generation zu Generation weiter einsickert", gesteht Patrick, mittlerweile vierzig Jahre alt, als die Dämonen seiner Vergangenheit wieder zum Vorschein kommen. Konstante familiäre Gewalt, sei sie gegen andere oder sich selbst gerichtet, ist das zentrale Thema dieser Serie, die sich nie so entwickelt, wie man es erwartet. Sie beginnt mit dem schrillen Porträt eines drogenabhängigen Aristokraten, dessen Selbstzerstörung an so manchen Rockstar erinnert. Im Laufe der fünf Episoden wird sie bedächtiger, um Patricks traumatische Kindheit und schwierigen Weg zurück ins Leben zu beschreiben. Patrick Melrose ist eine Adaption einer Reihe autobiografischer Romane des Schriftstellers Edward St. Aubyn. Sie zeichnet ein zynisches Bild der englischen und amerikanischen High Society, einem eisigen, von Verleugnung geprägten Mikrokosmos, der vom Rest der Welt abgekoppelt zu sein scheint. Die ernsten Themen werden dank der Arbeit begnadeter Schauspielerinnen und Schauspieler, sowie der eleganten Regie von Edward Berger (Conclave) klar dargestellt, ohne zu übertreiben. Benedict Cumberbatch wechselt meisterhaft von Wutausbrüchen zu emotionalen Zusammenbrüchen, von Rausch zu Verzweiflung.