(1) Uganda: Kino aus dem Slum
Im Studio Wakaliwood improvisieren sie alles vor Ort: Waffen basteln sie aus Holz und Altmetall, Explosionen simulieren sie mit Mehl, selbst die Kameras werden oft aus Ersatzteilen zusammengebaut. Wakaliwood verkörpert die Revolution des afrikanischen Kinos. Weit entfernt von allen formatierten Standards bietet es eine Alternative, die sich an den lokalen Gegebenheiten orientiert, frei von den Regeln der klassischen Filmindustrie. Studioboss Isaac Nabwana versucht nicht Hollywood zu imitieren, er definiert lieber sein eigenes Wakaliwood.
Das Kino floriert in Uganda, es inspiriert eine neue Generation von Regisseuren, allerdings mit einigen Hindernissen: Unter dem Regime des ugandischen Autokraten Yoweri Museveni ist die Meinungsfreiheit stark eingeschränkt, es herrscht Zensur und alle Themen auf der Leinwand werden streng überwacht.
(2) Südafrika: Geige gegen Armut
In Kapstadt leben schwarze Kinder noch immer in den baufälligen Hütten der Townships, weit entfernt von der schönen Küste, den guten Schulen und den öffentlichen Einrichtungen. Für gut hundert von ihnen aber könnte ein klassisches Musikinstrument alles verändern. Die professionelle Geigerin Maria Botha, aufgewachsen zur Zeit der Apartheid in einer Familie mit rassistischen Ansichten, hat beschlossen, ihr Leben der "Reparatur dieses Übels" zu widmen, für das sie sich mit verantwortlich fühlt. Sie entschied sich, den Kindern in den Townships die Geige zu lehren, ein "Instrument der Reichen", das diese nur dem Namen nach kannten. Einige dieser Kinder sind so begabt, dass ihre Virtuosität ihnen einen Ausweg weist aus der Armut der Townships.