In einer Zeit, in der in vielen Gesellschaften der Ruf nach einem Zurück zu traditionellen Geschlechterrollen lauter wird und Menschen, die aus diesen herausbrechen, immer stärkeren Angriffen ausgeliefert sind, kommt aus einer unerwarteten Ecke lautstark Protest: der Wrestling-Welt.
Die Choke Hole-Crew aus den USA vereint Drag, Wrestling und radikale Performancekunst zu einem queeren Spektakel. In einer überzeichneten, apokalyptischen Arena werden Genderrollen zerschlagen, politische Machtverhältnisse attackiert und das Ende der Welt als glitzernde Rebellion gefeiert. Mit vollem Körpereinsatz zwischen Kostüm und Kunstblut wird queeres Empowerment zelebriert.
„Tracks“ besucht Choke Hole auf ihrer Deutschlandtour – und trifft vor Ort Hilda und Taze. Die Newcomerinnen in der Wrestling-Szene, fordern als queere Wrestlerinnen in einer immer noch patriarchal geprägten Szene ihren Raum ein und berichten über ihre neue Liebe zum Wrestling-Sport.
Ob muskelbepackte Superhelden, hyperfeminine Frauen oder dicke, tollpatschige Verlierer – die Überzeichnung von Körpern und Genderstereotypen ist in der Comic-Welt fest verankert. Die italienische Comiczeichnerin Martina Sarritzu arbeitet daran, stereotype Vorstellungen von Körpern und Geschlecht aufzubrechen. Ihre Zeichnungen zeigen Intimität, Unsicherheit und Sexualität jenseits gesellschaftlicher Ideale – ehrlich und roh.
Ob auf der Bühne oder im Comicbuch – hier entsteht eine neue Ästhetik des Widerstands. Wild, verletzlich, selbstbestimmt. Eine kraftvolle Antwort auf eine Welt, die queere Identitäten zunehmend infrage stellt.