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Tunesien - Die verratene Revolution
59 Min.
Verfügbar bis zum 08/03/2027
Zwischen der tunesischen „Jasminrevolution” von 2010 und der überwältigenden Wiederwahl von Präsident Kais Saied im Jahr 2024 liegen 15 Jahre. Noch 2019 galt Saied als ein Mann, der Verfassungstreue und Integrität garantiert. Heute regiert er autokratisch, hält alle Fäden der Macht in der Hand. Die Dokumentation lässt Mitstreiter und Gegner Saieds zu Wort kommen.
Im Dezember 2010 löste die Selbstverbrennung des tunesischen Straßenhändlers Mohamed Bouazizi die sogenannte Jasminrevolution aus. Der Funke sprang auf die gesamte Region über und bewirkte den Ausbruch des Arabischen Frühlings. Mit Ben Alis Flucht im Januar 2011 begann ein Jahrzehnt der Hoffnung. Das Land erlebte seine ersten freien Wahlen, verabschiedete eine als vorbildlich gepriesene Verfassung und erlebte einen in der Region beispiellosen politischen Pluralismus.
Doch das demokratische Experiment wurde durch den Einfluss der Islamisten, parteipolitische Spaltungen und die Wirtschaftskrise geschwächt. Die enttäuschte Jugend forderte „Brot, Freiheit und nationale Würde“. In diesem Land am Rande des politischen Abgrunds trat ein asketischer, zurückhaltender Professor für Verfassungsrecht auf den Plan: Kais Saied. Seine „Systemferne“ und seine zur Schau getragene Integrität gegenüber den revolutionären Idealen überzeugten das der Eliten überdrüssige Volk.
Doch nach Saieds überraschender Wahl 2019 und insbesondere nach seiner Wiederwahl 2024 erlebte Tunesien einen heftigen Rückschlag. Kais Saied riss alle Macht an sich, brachte die Justiz auf Linie, drängte die Opposition an den Rand und knebelte die Presse. Nach und nach unterhöhlte er die tunesische Demokratie, ohne dass die Weltgemeinschaft, die vor allem auf den Schutz ihrer Außengrenzen bedacht war, reagierte. Berichte von Zeitzeugen aus beiden Lagern und unveröffentlichtes Archivmaterial über die Phasen zwischen Volksbegeisterung und autoritären Auswüchsen fügen sich zu einer Chronik des Niedergangs einer Revolution, deren Verrat 15 Jahre später endgültig besiegelt scheint.
Doch das demokratische Experiment wurde durch den Einfluss der Islamisten, parteipolitische Spaltungen und die Wirtschaftskrise geschwächt. Die enttäuschte Jugend forderte „Brot, Freiheit und nationale Würde“. In diesem Land am Rande des politischen Abgrunds trat ein asketischer, zurückhaltender Professor für Verfassungsrecht auf den Plan: Kais Saied. Seine „Systemferne“ und seine zur Schau getragene Integrität gegenüber den revolutionären Idealen überzeugten das der Eliten überdrüssige Volk.
Doch nach Saieds überraschender Wahl 2019 und insbesondere nach seiner Wiederwahl 2024 erlebte Tunesien einen heftigen Rückschlag. Kais Saied riss alle Macht an sich, brachte die Justiz auf Linie, drängte die Opposition an den Rand und knebelte die Presse. Nach und nach unterhöhlte er die tunesische Demokratie, ohne dass die Weltgemeinschaft, die vor allem auf den Schutz ihrer Außengrenzen bedacht war, reagierte. Berichte von Zeitzeugen aus beiden Lagern und unveröffentlichtes Archivmaterial über die Phasen zwischen Volksbegeisterung und autoritären Auswüchsen fügen sich zu einer Chronik des Niedergangs einer Revolution, deren Verrat 15 Jahre später endgültig besiegelt scheint.
Regie
Vanina Kanban
Land
Frankreich
Jahr
2024
Herkunft
ARTE
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