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Ein Philosoph mit Einfluss: Edgar Morin

54 Min.

Verfügbar bis zum 30/06/2026

Vielseitiger Gelehrter und Hedonist mit Leib und Seele – der Philosoph Edgar Morin ist am 29. Mai 2026 verstorben. Er verbrachte sein hundertjähriges Leben damit, über den Platz des Menschen auf der Erde nachzudenken. Anhand seiner lyrischen, politischen und anthropologischen Werke, seiner Erinnerungen und der Kommentare von Wegbegleitern, Freunden und Kritikern zeichnet die Dokumentation Morins Leben nach.

Sein ganzes Leben beschäftigte sich Edgar Morin mit den existenziellen Fragen, die sich schon Immanuel Kant, der Vertreter des transzendentalen Idealismus, stellte: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Nicht zu vergessen: Was sind Mensch, Leben und Universum? Sein Anknüpfen an diesen großen Vordenker entstaubte die Erkenntnistheorie und gab der Tugend des humanistischen Denkens ihren alten Glanz zurück.
In den Augen seines Freundes Régis Debray war Morin allerdings nicht nur ein großer Denker, sondern auch ein Mensch, der das Leben liebt. Vielseitiger Gelehrter und Hedonist mit Leib und Seele: Morin schöpfte aus dem Vollen. Sein philosophisches Werk zählt zu den vollkommensten Theorien des 20. Jahrhunderts, sein Œuvre spricht für sich: über hundert soziologische, philosophische, poetische, filmwissenschaftliche, politische und anthropologische Schriften. Edgar Morin erschuf einen „Werkzeugkasten“, der es ermöglicht, die Komplexität der Welt zu erfassen, fordert die Menschheit gleichzeitig aber auch auf, auf den rechten Weg zurückfinden angesichts eines Planeten, der mehr und mehr ums Überleben ringt.
Morin war nicht nur Widerstandskämpfer, Mitglied der Kommunistischen Partei und ist emeritierter Forschungsdirektor am CNRS, sondern auch treuer Weggefährte vieler Intellektueller seiner Zeit, von Marguerite Duras über François Mitterrand bis hin zu Régis Debray.
Das bevorzugte Forschungsgebiet dieses Visionärs und Nonkonformisten war die Zeit des Wirtschaftswunders, und sein Lebenshunger gekoppelt mit einem scharfen analytischen Verstand machen ihn zu einer Art Ethnologen des modernen Menschen.

Regie

Jean-Michel Djian

Land

Frankreich

Jahr

2020

Herkunft

ARTE F

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