Re: Eskalation im Westjordanland

2 Min.

Verfügbar ab dem 20/10/2026

TV-Ausstrahlung am Dienstag, 20. Oktober um 19:40

Sendung vom 20/10/2026

Seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel hat die Gewalt radikaler jüdischer Siedler im Westjordanland stark zugenommen. Zugleich treibt die israelische Regierung den Bau von Siedlungen und Außenposten voran. Ist das Westjordanland als Heimat für Palästinenser bald verloren?

Für Bashar Qaryuti ist jeder Krankentransport ein Risiko. Straßensperren zwingen den palästinensischen Rettungssanitäter zu Umwegen, sein Wagen wurde mehrfach von israelischen Siedlern angegriffen, sein Kollege wurde bei einem Einsatz erschossen. Der 43-Jährige dokumentiert die Übergriffe und spricht mit Opfern von Siedlergewalt, wie der Familie Tubasi aus Jalud. Nach wochenlanger Belagerung durch Siedler musste sie aus ihren Häusern fliehen.

Bis Ende August 2026 registrierten die Vereinten Nationen mehr als 1.600 Angriffe israelischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland, mehr als 2.300 Palästinenser wurden vertrieben. Vor allem für radikal-religiöse, nationalistische Siedler wie Ilana und Yehuda Shimon ist das Westjordanland Teil des biblischen Landes Israel. Das tiefreligiöse Ehepaar lebt in Havat Gilad, einst ein illegaler Außenposten, den die israelische Regierung nach eigenen Angaben 2018 legalisierte. Seit 2022 wurden insgesamt mehr als 100 neue Siedlungen oder bereits bestehende Außenposten nachträglich genehmigt oder legalisiert. Und die israelische Regierung plant den Bau weiterer Siedlungskomplexe.

Siedlergewalt sei vor allem Notwehr, so sieht es Nethanel von Boxberg. Der gebürtige Deutsche lebt in der Siedlung Neve Daniel in der Nähe von Jerusalem, für ihn ein Ort wie jeder andere in Israel. Zum Einkaufen allerdings nimmt er oft eine Pistole mit, um sich im Notfall verteidigen zu können. Während sich die Israelis im Westjordanland - auch mit Gewalt - weiter ausbreiten, fühlen sich Palästinenser wie Bashar Qaryuti zunehmend eingekesselt.

Land

Deutschland

Jahr

2026

Herkunft

ZDF

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