Diese Reportage erzählt von mehreren Generationen japanischer Einwanderer in Brasilien, die Geschichte der Familie von Miyuki Droz Aramaki: von der Ankunft ihrer japanischen Vorfahren in Brasilien vor fast einem Jahrhundert bis hin zum Engagement ihrer Mutter gegen die Militärdiktatur in den 70er- und 80er-Jahren.
Die Idee, daraus einen Film zu machen, kam ihr bei der Lektüre der WhatsApp-Familiengruppe, in der ihr Onkel seit Jahren Videos zugunsten von Bolsonaro teilt, dem rechtsextremen brasilianischen Politiker. „Ich habe den Eindruck, dass meine Angehörigen von einem Tsunami aus populistischen Videos, mehr oder weniger zuverlässigen Statistiken, die zehntausende Male geteilt wurden, und Aufrufen zur Stimmabgabe für die extreme Rechte überschwemmt werden“, sagt die Reporterin, „das Land war noch nie so radikalisiert wie heute.“
Deshalb drehte sie mit den Bolsonaristen der jüngeren Generation und besuchte politische Influencer, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten. Sie traf Familien in bescheidenen Verhältnissen, die gegen die Regierung Lula und für die extreme Rechte stimmen wollen, aber auch einen jungen Aktivisten, der dem Bolsonarismus den Rücken kehrte. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus, zwischen dem historischen Führer der brasilianischen Linken, Luiz Inácio Lula da Silva, der für eine vierte Amtszeit kandidiert, und Flavio Bolsonaro, dem Sohn von Jair Bolsonaro, dem ehemaligen Präsidenten, der nach seinem Putschversuch im Januar 2023 für nicht mehr wählbar erklärt wurde.