Re: Italiens Recht auf Abtreibung in Gefahr
31 Min.
Verfügbar bis zum 20/01/2028
Sendung vom 25/06/2025
Obwohl in Italien Schwangerschaftsabbrüche bereits im Jahr 1978 legalisiert wurden, bleibt dieses Recht vielen Frauen verwehrt. Mehr als 60 Prozent - in manchen Regionen sogar bis zu 100 Prozent - der Gynäkolog*innen weigern sich, Abbrüche durchzuführen. Seit Giorgia Meloni das Land regiert, erhalten die Abtreibungsgegner Unterstützung und werden lauter ...
Der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen ist in Italien trotz Legalisierung 1978 oft schwierig. Viele Ärztinnen und Ärzte verweigern aus Gewissensgründen die Durchführung, so dass Frauen ihr gesetzlich verbrieftes Recht nicht wahrnehmen können.
Die pensionierte Gynäkologin Silvana Agatone kämpft für dieses Recht und gründete ein Netzwerk von Ärztinnen und Ärzten, die Abbrüche durchführen. Ihr Verein in Rom unterstützt Frauen, die verzweifelt einen Arzt suchen oder eine Schwangerschaft mit der umstrittenen Abtreibungspille RU 486/Mifegyne beenden möchten.
Silvana fährt regelmäßig in die Marken, wo Abtreibungen so gut wie unmöglich sind. Besonders kritisch ist die Situation auf der von Dr. Leone Condemi geleiteten Gynäkologie-Station des Krankenhauses von Urbino. In den Marken wurde die legale Frist für die Einnahme von RU 486/Mifegyne auf sieben Wochen verringert, während es im Rest von Italien neun Wochen sind. Ungeachtet des Drucks seitens der Kirche, der Gesellschaft und trotz schwindender Mittel bemüht sich Leone, den Frauen den Zugang zum Schwangerschaftsabbruch zu ermöglichen.
Die Künstlerin und Musikproduzentin Linda Feki entschloss sich vor einiger Zeit zu einem Schwangerschaftsabbruch. Doch der von ihr aufgesuchte Arzt verweigerte Schwangerschaftsabbrüche aus Gewissensgründen und belog Linda, indem er vorgab, sie habe die gesetzliche Neun-Wochen-Frist für einen medikamentösen Abbruch bereits überschritten. Trotz oder gerade wegen dieser traumatischen Erfahrung beschloss Linda, ihre Geschichte in den sozialen Netzwerken zu erzählen, um andere Frauen zu warnen und systemische Hindernisse und Manipulationen anzuprangern. Damit wurde sie unerwartet zu einer einflussreichen Stimme im Kampf für das Recht auf Abtreibung.
Land
Frankreich
Jahr
2024
Herkunft
ARTE F
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