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Wie eine zweite Haut

Die Mode des Azzedine Alaïa

54 Min.

Verfügbar bis zum 02/08/2026

TV-Ausstrahlung am Dienstag, 21. Juli um 02:15

Er schuf hautenge Roben aus Leder, Latex und Lycra, die die weibliche Silhouette betonen, jedoch stets auf eine emanzipative und niemals vulgäre Art: Azzedine Alaïa (1935-2017). Er wurde vom tunesischen Bauernsohn zum gefragten Modeschöpfer im mondänen Paris. Die Doku porträtiert einen großen Modeschöpfer, der bewies, dass sein Handwerk Kunst ist.
Azzedine Alaïa wurde 1935 als Sohn eines Weizenbauern in Tunesien geboren. Früh begeisterte sich der Junge für Mode, studierte Bildhauerei an der Kunsthochschule in Tunis und ging schließlich 1956 nach Paris, da Mode in Tunesien nicht als sogenannter Männerberuf galt. In der französischen Hauptstadt erlernte er das Metier als Assistent im Dienst renommierter Privatkundinnen wie Louise de Vilmorin, Arletty und Greta Garbo. Seine Geduld zahlte sich aus: Nach und nach erwarb er sich einen Ruf und Freunde wie Thierry Mugler überzeugten ihn davon, seine eigene Prêt-à-porter-Kollektion zu präsentieren. Besonders in den USA war man begeistert von seiner körperbetonten, eng anliegenden Mode aus Leder, Lycra und Stretch.
Ein Jahrzehnt des Erfolgs begann: In den 1980er Jahren kleidete Alaïa angesagte Popstars wie Grace Jones und Tina Turner, erhielt zwei ʺFashion-Oscarsʺ und richtete sich in einem 5.000 Quadratmeter großen Atelier im mondänen Pariser Marais ein. Dann folgte eine Flaute. Doch Alaïa war noch lange nicht am Ende. In den 2000er Jahren kehrte er mit Hilfe von Prada und Richemont auf die Laufstege zurück – mit schlichteren und zugleich vielfältigeren Entwürfen, die ihn endgültig als Meister seines Fachs auswiesen. Azzedine Alaïa stand für eine Entschleunigung der Mode, unbeeinflusst vom Rhythmus der Branche, die sich in den zeitlosen Schnitten und dem klaren Stil seiner Entwürfe widerspiegelte.
Mit zahlreichen Archivaufnahmen zeichnet der Film das Porträt eines diskreten Modeschöpfers, der mit der Technik eines Bildhauers skulpturale Roben entwarf, immer bescheiden blieb (ʺIch mache lediglich Kleidungsstücke für Frauenʺ) und doch der Welt bewies, dass sein Handwerk große Kunst ist.

Regie

Olivier Nicklaus

Land

Frankreich

Jahr

2021

Herkunft

ARTE

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