Ende eines Sommers

98 Min.
Verfügbar von 17.01.2018 bis 24.01.2018
Nächste Ausstrahlung : Montag, 22. Januar um 13:55

Hélène lebt im Haus ihres verstorbenen Onkels, dem Künstler Paul Berthier, und verwaltet dessen Nachlass. Zu ihrem 75. Geburtstag versammelt sich dort die ganze Familie. Doch was geschieht mit dem Haus und dem Erbe des Onkels, wenn sie stirbt? - Olivier Assayas Film (2008) wurde von der Los Angeles Film Critics Association 2009 als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet.

Hélène bewohnt alleine ein herrschaftliches Anwesen und kümmert sich voller Hingabe um den Nachlass ihres verstorbenen Onkels, des Künstlers Paul Berthier. Das Haus, in dem sie ihre Kinder großgezogen hat und in dem sie nun gewissenhaft die familieneigene Kunstsammlung aufbewahrt, ist schon längst nur noch zu besonderen Anlässen von Leben erfüllt.
Mit solch einem Anlass, dem 75. Geburtstag Hélènes, beginnt der Film „Ende eines Sommers“: Kinder rennen durch den riesigen Garten, es wird gelacht, es wird gegessen, getrunken. Doch dann wird es ernst. Hélène will mit ihrem Sohn Frédéric die Kunstwerke durchgehen, um deren Verkauf und Restaurierung er sich nach ihrem Tod kümmern soll: einige Gemälde, wertvolle Möbelstücke und Dekorationsgegenstände.
Frédéric will davon nichts wissen. Für ihn ist klar, dass das Haus mitsamt der Kunstwerke in Familienbesitz bleiben soll. Doch für seine Geschwister, deren Lebensmittelpunkt schon lange nicht mehr in Frankreich, nicht einmal in Europa liegt, ist das Haus eher eine Last.
„Ende eines Sommers“ hinterfragt unseren Umgang mit Objekten, ihren persönlichen Wert, ihren Marktwert. Während Frédéric an der Fortführung der Familientradition viel liegt, gehen seine Geschwister mit dem Familienerbe viel pragmatischer um. Für sie besteht der Besitz der Familie lediglich aus Dingen, die sie nicht brauchen und die sie deshalb verkaufen. Doch was nützt eine Vase, die im Museum steht und nicht mehr mit Blumen bestückt werden kann?
Assayas zeigt diesen familiären Konflikt fernab von gängigen Klischees. Statt herzloser Protagonisten, denen am Familienerbe nichts gelegen ist, entwirft er Adrienne und Jérémie als Figuren, die ihrem Bruder gegenüber sehr verständnisvoll sind. Doch in ihrer Lebensrealität, die typisch ist für unsere Zeit der Globalisierung, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als nach ökonomischen Gesichtspunkten zu handeln. Die „Sommerstunde“ bleibt trotzdem eine besondere, in der das Haus einer Familie zum Leben erwacht …

Besetzung und Stab

Kamera :

Eric Gautier

Schnitt :

Luc Barnier

Produktion :

MK2 Productions
France 3 Cinéma

Produzent/-in :

Marin Karmitz
Nathanaël Karmitz
Charles Gillibert

Regie :

Olivier Assayas

Drehbuch :

Olivier Assayas

Darsteller :

Juliette Binoche
Charles Berling
Jérémie Renier
Edith Scob
Valérie Bonneton
Dominique Reymond
Isabelle Sadoyan
Alice de Lencquesaing
Emile Berling
Kyle Eastwood

Land :

Frankreich

Jahr :

2008

Herkunft :

ARTE F