Twin Peaks, wenige Kilometer von der kanadischen Grenze entfernt. Früh am Morgen entdeckt Pete Martell am Seeufer die in Plastik eingewickelte Leiche der 17-jährigen Highschool-Schülerin Laura Palmer. Die Kleinstadt ist erschüttert. Sheriff Truman erhält Unterstützung von FBI-Special-Agent Dale Cooper, der mit den Ermittlungen beauftragt wird. Unter Lauras Fingernagel entdeckt er ein winziges Stück Papier mit dem Buchstaben „R“ darauf. Zur gleichen Zeit wird ein weiteres Mädchen, Ronette Pulaski, im Schockzustand auf den Bahngleisen aufgefunden, nachdem sie geschlagen und vergewaltigt wurde. Bei der Befragung der Einwohner deckt Cooper bald Lauras verborgene Persönlichkeit und ihre Neigung zu Drogen und Sex auf ...
Unbekanntes Fernsehobjekt
In drei Staffeln – die ersten beiden entstanden Anfang der 1990er Jahre, die dritte erschien 25 Jahre später, im Jahr 2017 – revolutionierte Twin Peaks das Genre der Fernsehserie. In Zusammenarbeit mit dem Showrunner, Regisseur und Produzenten Mark Frost steckte David Lynch sein ganzes Genie in dieses unbekannte Fernsehobjekt, nachdem er bereits Meilensteine wie Eraserhead (1976), Der Elefantenmensch (1980), Blue Velvet (1986) und Die Geschichte von Sailor und Lula (1990) geschaffen hatte. Der Krimi-Aufhänger gelingt perfekt und schon in der Pilotfolge zieht die Figur des Special Agent Cooper, gespielt von Kyle MacLachlan, den Zuschauer in seinen Bann, indem er seine Schlussfolgerungen mit Hilfe von Wahrsagetechniken vorantreibt, die vom tibetischen Transzendentalismus inspiriert sind. Zu der Ermittlung kommen zahlreiche Handlungsstränge mit verschiedensten Figuren hinzu, und gleichzeitig lässt die Erzählung immer mehr Raum für Angst, Humor, Wahnsinn, Irrationalität und Fantastisches ... Lynch und Frost haben ihr Werk wie eine Seifenoper konzipiert und bedienen sich aller gängigen Mittel. Doch im Gegensatz zu einer echten Seifenoper kann man hier keine einzige Folge verpassen: Twin Peaks macht süchtig und steigert die Suche nach dem Mörder zu einer regelrechten Obsession.