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Kirgisistan: Autoritär statt Demokratie
ARTE Reportage25 Min.
Verfügbar bis zum 03/05/2029
Sendung vom 22/05/2026
Mit Angst im Bauch organisierte Jama Bekten die vielleicht letzte Demonstration in Kirgisistan. An diesem 8. März versammelten sich nur noch eine Handvoll Frauen, um ihre Rechte in einem Staat zu verteidigen, der von ihrer eigenen Regierung autoritär umgebaut wird. Dabei war Kirgisistan über lange Zeit eine „Insel der Demokratie“.
Das kleine Land der Nomaden und Berge in Zentralasien entwickelte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 eine starke Zivilgesellschaft mit freien Wahlen und einer unabhängigen Presse. Kirgisistan war die einzige parlamentarische Demokratie in dieser Region mit lauter autoritär geführten Nachbarstaaten. Allerdings destabilisierten Konflikte zwischen den Regionen und den Volksgruppen im Land und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten immer wieder das ganze Land. Seit 2021 verspricht eine neue Regierung unter der Führung des Nationalisten Sadyr Japarov, die Wirtschaft anzukurbeln und der politischen Instabilität ein Ende zu setzen. Dabei geht sie sehr autoritär vor, sie erlässt von Russland inspirierte Gesetze, die es ihnen erlauben, oppositionelle Schriftsteller und Journalisten zu inhaftieren und die Redefreiheit der Gesellschaft zu beschneiden. Die neue kirgisische Regierung steht Russland unter Putin nahe, der außer der Ukraine auch noch weitere ehemalige Sowjetrepubliken zurückerobern will. Und Putin weitet seinen Einfluss aus: Russlands NGO Eurasia startete einen Fernsehsender, sie finanziert Schulen, Schulbücher und einen Freizeitpark. Kirgisistan ist als eines der ärmsten Länder der Welt nach wie vor abhängig vom großen Bruder Russland, 20 % seiner Erwerbstätigen fanden nur in Russland Arbeit. Die aktuellen Machthaber verteidigen ihre Strategie, für sie heiligt der wirtschaftliche Erfolg die Mittel. Auch wenn sie dabei die Demokratie abschaffen. Kirgisistan ist heute nicht mehr die freieste der ehemaligen Sowjetrepubliken.
Autor:in
Germain Baslé
Kamera
Ulysse Cailloux
Schnitt
Maxime Delayat
Produktion
KEYI Productions
Regie
Germain Baslé
Land
Frankreich
Jahr
2026
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