Niklas Balheden aus Göteborg ist Religionslehrer an einer Grundschule. Er beschäftigt sich schon seit seinen Studienzeiten mit Glaubensfragen. Bereits vor 30 Jahren dachte er darüber nach, Zeit in einem buddhistischen Kloster in Thailand zu verbringen. Damals hatte man ihn abgewiesen, heute ist der Zugang viel einfacher. Ein Monat im Waldkloster soll dem 56-Jährigen helfen, seine spirituellen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und gelassener mit Stress umzugehen.
Unter dem Begriff Meditation-Retreats werden Meditations- und Yoga-Kurse mit mehrwöchigen Aufenthalten in Tempeln gebündelt. Parallel dazu hat sich auch die Infrastruktur ausgeweitet: Während es in den 2000ern nur etwa zehn bis 20 Tempel mit Retreat-Angeboten gab, liegt deren Zahl mittlerweile bei geschätzt 150 in ganz Thailand. Allein im Jahr 2023 nahmen rund 1,8 Millionen Menschen an solchen Programmen teil. Sie generierten rund 3,8 Milliarden Euro Umsatz.
Nicht nur in Fernost suchen Menschen nach innerer Ruhe und spiritueller Orientierung. In Europa steigt die Zahl derer, die sich auf den buddhistischen Weg begeben. Familie Erdmann praktiziert in Hamburg den Diamantenweg-Buddhismus.
Arthur Erdmann beschäftigt die Suche nach Glück und dem Sinn des Lebens schon seit seiner Jugend. Mit 20 Jahren kommt er zum Buddhismus – und findet, wonach er lange gesucht hat: Zufriedenheit und Glück. Bei einem Meditationskurs in Israel lernt er die Polin Kesja kennen. Deren Mutter konvertierte, als sie 14 Jahre alt war, zum Buddhismus. Anfang August 2026 trafen sich im süddeutschen Immenstadt rund 3.000 Buddhisten. Auch die Erdmanns waren dabei.