In letzter Zeit geriet Gagausien an der Grenze zur Ukraine schärfer denn je ins Visier Moskaus, als Propagandaziel in Putins hybriden Krieg gegen die pro-europäische Republik Moldau unter dessen Präsidentin Maia Sandu. Unsere Reporterin traf die lokalen Propagandisten, die Sprachrohre Moskaus, und sie erfuhr vom wahren Ausmaß der russischen Strategie zur Unterwanderung und Manipulation, und wie die Gagausier ihr augenscheinlich mehrheitlich verfallen.
Russland investiert bis heute Millionen Euro in den Kauf von Wählerstimmen, sie schufen Ausbildungslager in Russland für Hunderte gaugasische Schüler und ihre Lehrkräfte. Dort lehren sie sie Putins Propaganda von einem großen Russland, dass sich nur seiner Feinde aus dem Westen erwehrt, mit den besten Absichten für eine neue Welt im schönen, neuen, großen russischen Reich.
Sie sprach aber auch mit Menschen in Gaugasien, die sich der Kreml-Propaganda widersetzen: Dima lebt in einem Dorf an der Grenze zur Ukraine, dort landen regelmäßig verirrte russische Drohnen. Er richtet wohl als Einziger in seinem Dorf seinen Blick nach Europa, während die Mehrheit im Dorf nur offizielle russische Sender hört und sieht. Die Redaktion des Online-Mediums „Nokta“ bemüht sich ebenfalls, als pro-europäisches Medium in Gagausien über die wahren Verhältnisse aufzuklären. Moldaus Präsidentin Maia Sandu sagte angesichts der russischen Angriffe: „Für Moldawien ist der einzige Weg, langfristig als Demokratie weiterzubestehen, der Beitritt zur Europäischen Union. Das ist sehr dringend und eine Frage des Überlebens.“