Die Server der Datacenter in Chile, die weltweit auch die künstliche Intelligenz verwalten, brauchen dringend Kühlung. Die Internetgiganten pumpen deshalb jeden Tag Millionen Liter Wasser ab - in einem Land, das schon seit über einem Jahrzehnt von der Dürre auch durch den Klimawandel heimgesucht wird. Und das ist erst der Anfang: Die chilenische Regierung hat im vergangenen Jahr einen nationalen Plan für Datacenter verabschiedet, der ihre Verdreifachung im ganzen Land vorsieht. Von derzeit 33 Datacentern wird Chile in wenigen Jahren auf 100 anwachsen und damit zum dichtesten digitalen Knotenpunkt in Lateinamerika werden.Die negativen Auswirkungen des digitalen Wandels spürt die lokale Bevölkerung, etwa die Menschen, die von den Ressourcen des Quilicura-Sumpfes bei der Hauptstadt Santiago leben, denn der trocknet aus. Bauernfamilien verlieren durch die Dürre ihre fruchtbaren Böden, Klimaaktivisten protestieren – Chile wird zum Schauplatz des Kampfes um den globalisierten digitalen Wandel. Neue Technologien versprechen Arbeitsplätze und Wohlstand für arme Regionen, oft auf Kosten der lokalen Bevölkerung und des ökologischen Gleichgewichts.