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Bach: Passionsoratorium
Ensemble Il Gardellino91 Min.
Verfügbar ab dem 29/03/2026
Die Musikgeschichte ist voller Rätsel und Überraschungen. Gibt es so etwas wie Bachs "Unvollendete“? Präziser: eine unvollendete Passion?
Seit fast 150 Jahren rätselt die Bachforschung über ein verschollenes Passionsoratorium des Thomaskantors. Zumindest fand sich in der Forschungsbibliothek im Gothaer Schloss ein gedrucktes Libretto, das der Dichter Picander – einer von Bachs Lieblingslibrettisten - 1725 veröffentlicht hat. Sicher ist zumindest, dass Picander Ausschnitte dieses Textbuchs in die spätere Matthäus-Passion übernahm. Im Bach-Werke-Verzeichnis wird die "Unbekannte" deswegen bislang als Werk ohne geklärte Zuschreibung aufgeführt.
Picanders Libretto ist beeinflusst von der berühmten Passionsdichtung "Der für die Sünde der Welt gemarterte und Sterbende Jesus“ des Barthold Heinrich Brockes. Händel hat diesen vertont, eine Abschrift fand man in Bachs Bibliothek. Diese scheint ihn zum vorliegenden Passionsoratorium inspiriert zu haben. Da der Bibeltext in einem solchen Werk nicht wörtlich, sondern in eine freie dichterische Form übertragen wird, könnte das Werk das Missfallen des Leipziger Stadtrates erregt haben und so der Textzensur zum Opfer gefallen sein.
Der Cembalist und Dirigent Alexander Grychtolik hat nun das Experiment unternommen, das Passionsoratorium zu rekonstruieren bzw. zu vervollständigen. Gemeinsam mit dem belgischen Ensemble Il Gardellino hat er das Werk während der Thüringer Bachwochen 2025 in der Stadtkirche Schmalkalden zur Aufführung gebracht.
Eine Aufzeichnung aus der Stadtkirche St. Georg in Schmalkalden im Rahmen der Thüringer Bachwochen am 15. April 2025.
Mit
Jana Pieters (Soprano (Zion, Maria))
William Shelton (Altus (Seele))
Hans Jörg Mammel (Tenor (Evangelist, Johannes))
Tiemo Wang (Bass (Jesus))
Jonathan Sells (Bass (Petrus))
Dirigent/-in
Alexander Grychtolik
Orchester
Il Gardellino
Produktion
Armida Film
Regie
Tilo Krause
Land
Deutschland
Jahr
2025
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