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Camille Claudel, eine Jahrhundertkünstlerin
53 Min.
Verfügbar bis zum 09/09/2026
Camille Claudel war eine geniale Künstlerin und eine leidenschaftliche Kämpferin, die als einzige Frau die Bildhauerei ihrer Zeit prägte. Ihre Beziehung zu Auguste Rodin und ihr tragisches Schicksal machten sie zum Mythos. Aber auch andere junge Europäerinnen träumten damals von einer künstlerischen Karriere. Die Doku erzählt von diesen Weggefährtinnen, die Camilles Atelier teilten.
Die Französin wurde zu einer Zeit geboren, als die Bildhauerei noch eine reine Männerdomäne war. Im späten 19. Jahrhunderts galt es als unmoralisch, dass sich Frauen mit der Anatomie des menschlichen Körpers beschäftigten und die weibliche Perspektive auf Sexualität darstellen: Man hielt sie für zu schwach, um sich körperlich mit der Materie auseinanderzusetzen. Camille Claudel war eine der ersten, die mit ihrem unverwechselbaren Stil künstlerische Anerkennung fand.
Aber auch andere junge Europäerinnen strebten nach Emanzipation durch kreatives Schaffen: In Paris teilte sich Claudel ein Atelier mit Jessie Lipscomb, Amy Singer, Madeleine Jouvray und Sigrid af Forselles. Dort trafen die Frauen auf Auguste Rodin, der sie an seiner Skulptur „Die Bürger von Calais“ mitarbeiten ließ. Gemeinsam erprobten sie neue Formen der Zusammenarbeit an einem monumentalen Werk.
Vor dem Hintergrund dieser Künstlerinnengruppe erscheint Camille Claudels Engagement und Schaffen in einem neuen Licht. Ihr Stolz trieb die junge Französin zu Höchstleistungen an, um ihr Talent unter Beweis zu stellen. Ihre mutige Arbeit brachte Skulpturen von besonderer Ausdruckskraft hervor, doch ihr Streben nach Unabhängigkeit wurde ihr schließlich zum Verhängnis.
Die Dokumentation zeigt eine Bildhauerin, die, beseelt von ihrer Berufung, aus hartem Marmor die filigransten Formen entstehen lässt und der Materie ein Abbild des Lebens – ihres Lebens – abringt.
Regie
Sandra Paugam
Land
Frankreich
Jahr
2023
Herkunft
ARTE F
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