Zahlen schreiben Geschichte17. Oktober 1961, Massaker von Paris


27 Min.
Verfügbar vom 11/10/2020 bis 16/12/2020
Nächste Ausstrahlung am Donnerstag, 12. November um 03:15

Am 17. Oktober 1961 demonstrierten mehr als 20.000 Franzosen algerischer Herkunft in Paris gegen den Krieg in Algerien. Was als friedlicher Protest begann, wurde von der Polizei blutig niedergeschlagen. Es war die gewaltsamste staatliche Unterdrückung einer Demonstration in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Auch heute fällt Frankreich das Gedenken an das Massaker schwer.

Am Pariser Quai St. Michel im 5. Arrondissement steht seit 2019 eine kleine Stele, die an ein Massaker an „vielen Algeriern“ erinnert, das hier am 17. Oktober 1961 stattfand. Es ist ein wenig bekanntes Datum, das lange lieber verschwiegen als erinnert wurde. Nach einem Aufruf der Nationalen Befreiungsfront (FLN) demonstrierten an jenem Tag zwischen 20.000 und 30.000 Franzosen algerischer Herkunft friedlich in Paris gegen den Algerienkrieg. Auf Anordnung des Pariser Polizeipräsidenten Maurice Papon, der als hoher Vichy-Beamter verantwortlich für die Transporte von Juden aus Frankreich in die Vernichtungslager war, gingen die Ordnungshüter mit äußerster Brutalität gegen die Demonstranten vor. Der Krieg in Nordafrika war im Zentrum von Frankreich angekommen. 12.000 Menschen wurden in der Folge verhaftet, etwa 500 nach Algerien deportiert. Offiziell starben 30 Personen. Viele Historiker gehen jedoch von Hunderten von Toten aus: erschossen, erschlagen, in die Seine geworfen. Getötet von der Polizei der 5. Republik des Generals de Gaulle. Wie lauten ihre Namen? Wo kamen die Toten hin? In Frankreich bleibt das Ereignis auch heute weitgehend tabuisiert.

  • Regie :
    • Juliette Garcias
  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2020
  • Herkunft :
    • ARTE F