Penny ist fassungslos: Nach fünf Jahren Abwesenheit ist ihr Ex-Mann Phil nach Wellington zurückgekehrt, wo er lange als Vorbild der Gemeinde galt, ein beliebter Sporttrainer und treusorgender Familienvater… Doch eines Abends erwischte ihn Penny nach einer Party neben dem nackten Ollie, einem betrunkenen Teenager, den er ins Bett bringen und betreuen sollte. Tief bestürzt stellte sie ihn sofort vor den Gästen zur Rede, doch Phil stempelte sie als verrückt und betrunken ab, womit er jede weitere Vorhaltung im Keim erstickte… Penny ist entsetzt über Phils unerwartete Rückkehr und das wissende Schweigen ihres Umfelds. Sie setzt alles daran, den Mann aufzuhalten, den sie nunmehr als Gewalttäter ansieht – ungeachtet der Folgen, die dieser Kampf für ihr Privatleben haben wird.
Nirgendwo ist Gerechtigkeit
Die geniale Serie After the Party, deren Plot um den verhängnisvollen Partyabend kreist, an dem das Leben aller Beteiligten in Schieflage geriet und der in jeder Folge als Rückblende eingeflochten wird, beleuchtet die schleichende Implosion durch eine Gewalttat im Herzen einer Gemeinschaft, in der ein toxisches Schweigen zur Wahrung des Scheins den Täter schützt und die übrigen Menschen innerlich zerfrisst. Die komplexe Serie wirkt zuweilen brutal, wenn etwa der Gaslighting-Prozess (Manipulation durch Lügen) oder die Emotionen der Opfer schonungslos offengelegt werden, doch sie zeichnet ebenfalls das berührende Porträt einer Frau, der Schauspielerin (und Co-Autorin) Robyn Malcom, die trotz ihres harten Kampfes, der Einsamkeit und der Selbstzweifel immer strahlt, eine zutiefst bewegende Figur mit einem unerschütterlichen Glauben an Gerechtigkeit. Ihr Gegenüber ist ein weiterer großartiger Darsteller: Peter Mullan (beide spielten im Übrigen in "Top of the Lake"), ein absolut furchteinflößender "treusorgender Familienvater", der ein vergiftetes Geheimnis hegt. Unbedingt ansehen!