(1) Frankreich: Pierre Michon im Sog der Sinnlichkeit
Pierre Michon ist einer der großen französischen Autoren der Gegenwart. Bekannt wurde er in den 1980er Jahren mit "Leben der kleinen Toten". Sein 2023 erschienener Roman "Les deux Beune" vereint zwei Texte, die im Abstand von knapp 30 Jahren entstanden. Sie handeln von der Liebe eines 20-jährigen Lehrers zur älteren Yvonne, die in einem kleinen Dorf des Périgord einen Tabakwarenhandel betreibt. Das animalische, unbändige Verlangen des jungen Mannes spiegelt sich in der Natur wider und erfüllt die Flüsse, Wälder und Höhlen des Périgord mit einer tiefen Sinnlichkeit.
(2) Grönland: Tattoos als Ausdruck der Identität
Tunniit, die traditionellen Tätowierungen der Inuit, waren fast vollständig von den Gesichtern und Händen der Grönländerinnen und Grönländer verschwunden. Die Motive göttlicher und spiritueller Natur, die dem Schutz vor dem Bösen dienten, wurden vor dreihundert Jahren von der dänischen Kolonialmacht verboten. Erst seit etwa zehn Jahren erleben die Tattoos eine generationenübergreifende Wiedergeburt. Sie legen sich wie Balsam auf eine seit langem offene Wunde und zeugen vom Wunsch nach dem Wiederaufbau einer grönländischen Nation.
(3) El Salvador: Julietas Ananastrunk
In Juayúa mixt Julieta mit ihren Kindern ein Getränk, das auf die Mayas zurückgeht. Sie lässt Ananasschalen mit Zimt und schwarzem Pfeffer ziehen und gibt eine Mischung aus pürierter Ananas und gemahlenem Reis dazu. Zucker, Salz und Ananasstücke verfeinern das Atol, das in eigens dafür gemachten Gefäßen, den Guacales de Morro, serviert wird.
(4) USA: Ein Land im Shopping-Fieber
Marilyn Monroe soll gesagt haben: "Nicht Geld macht glücklich, sondern Shoppen." In den USA begegnet man diesem Glück an jeder Straßenecke. Der Schaufensterbummel hat hier seine eigenen Tempel, die zum Teil von einem österreichischen Architekten und Sozialisten entworfen wurden …