(1) Babyboom in der Pariser Vorstadt
In dem 1961 veröffentlichten Roman "Kinder unserer Zeit" von Christiane Rochefort erzählt das Mädchen Josyane von seiner Welt, einem Neubaublock in der Pariser Banlieue. Sie träumt von einem selbstbestimmteren Leben für die Menschen der Vorstädte. Als Schullektüre prägte der realistisch und humorvoll geschriebene Roman in Frankreich etliche Jahrgänge. Im Mittelpunkt steht die geburtenstarke Nachkriegsgeneration als Ergebnis einer gezielten Familienpolitik. Der demografische Boom forderte mehr Wohnraum und so entstanden im Pariser Umland viele Neubausiedlungen als Symbol für eine moderne und komfortable Zukunft.
(2) Grönland: An Bord des Küstenschiffs
Auf Kalaallit Nunaat – so die Eigenbezeichnung Grönlands – bestehen keine Straßenverbindungen zwischen den Dörfern. Das Innere der Insel ist zu 80 Prozent von einer bis zu zwei Kilometer dicken Eisschicht bedeckt, was eine Besiedlung unmöglich macht. Entlang der Westküste legt das "Sarfaq Ittuk" mehr als 1.500 Kilometer zurück, um die Küstendörfer miteinander zu verbinden. Das Fährschiff geht auf eine Schiffslinie zurück, die vor 250 Jahren die Kolonialherrschaft Dänemarks festigen sollte. Heute steht es für die Selbstbestimmung einer Bevölkerung über ihr eigenes Land.
(3) Panama: Emenaidas Spitzbein-Rezept
In Köln bereitet die gut gelaunte Emenaida marinierte Spitzbeine zu. Erst säubert sie die Schweinsfüßchen, dann kocht sie diese mit Koriander und Knoblauch. Während im Hintergrund Musik läuft, schneidet sie Zwiebeln, Chili und Gurken für den Salat, den sie anschließend mit dem gegarten Fleisch vermengt. Dass es schmeckt, sieht man an Emenaidas strahlendem Gesicht.
(4) Japan: Der Erfinder der Narkose
Auf der Kii-Halbinsel in Ostjapan vergeht die Zeit im Rhythmus der Pilger und der Natur. In dieser als heilig geltenden Gegend revolutionierte ein Arzt im 19. Jahrhundert die Operationsmethoden.