Der Südosten Londons. Am Morgen wird Nelson „Nelly“ Rowe bei seiner Freundin festgenommen und beschuldigt, seine 13-jährige Tochter Jody entführt zu haben, zu der er keinen Kontakt mehr hat. Nelly beteuert seine Unschuld und behauptet, sie seit Jahren nicht mehr gesehen zu haben, doch die Polizei kann beweisen, dass Jody ihn kurz vor ihrem Verschwinden angerufen hat. Ihre Mutter Claire hatte vor vierzehn Jahren eine kurze Beziehung mit Nelly und ist von seiner Schuld überzeugt. Nelly versichert ihr, dass er nichts damit zu tun hat. Da die Zeit drängt, will Nelly seine Unschuld beweisen, indem er seine Tochter selbst findet – auch wenn er dafür alle Risiken eingehen muss ...
Jagd auf Pädokriminelle
Der charmante Opportunist und Lügner Nelly – kreiert und grandios verkörpert von Lennie James (The Walking Dead) – hat nicht viel Sympathisches an sich. Doch im Lauf dieses erbitterten Thrillers verändert er sich, um seine Tochter zu finden, die wohl von Menschenhändlern entführt wurde. Auch wenn die Kulisse (eine Arbeitersiedlung in einem Londoner Vorort) so düster wie das Thema ist; Nelly gibt seinen Leidensgenossen – insbesondere Melon, gespielt von Stephen Graham (Adolescence) – die Kraft zum Handeln. Dagegen wirkt Claire, die Mutter von Jody (Suranne Jones aus Vigil), in ihren bürgerlichen Milieu fast wie erstarrt. Während seiner verzweifelten Suche trägt Nelly einen grellgelben Anorak, eine Art umgekehrte Tarnung, die zu sagen scheint: „Ich habe nichts mehr zu verlieren.“ Von seinen eigenen Dämonen geplagt, wird er zu einem gnadenlosen Jäger von Pädophilen. Getragen von erfahrenen Schauspielern, darunter Lesley Manville (Mum), hinterfragt die Serie auf scharfsinnige Weise die Suche nach Erlösung, familiäre Bindungen und sexuelle Ausbeutung.