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Jemen - Zwischen allen Fronten

56 Min.

Verfügbar ab dem 06/10/2026

TV-Ausstrahlung am Dienstag, 20. Oktober um 22:45

Der Jemen liegt an einer strategisch entscheidenden Stelle zwischen Indischem Ozean und Rotem Meer, direkt an einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt. 30 Prozent des globalen Containerverkehrs passierten einst seine Küsten, bis pro-iranische Milizen westliche Schiffe angriffen. Was ihm Wohlstand bringen sollte, wurde zum Fluch. Seit Jahren zerreißen Konflikte das Land.

An der Südspitze der arabischen Halbinsel, zwischen Indischem Ozean und Rotem Meer, liegt der Jemen an einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Rund 30 Prozent des globalen Containerverkehrs passierten einst seine Küsten – bis eine pro-iranische Miliz westliche, insbesondere israelische Schiffe angriff. Doch dieser Vorfall ist nur das jüngste Kapitel einer Tragödie, die seit einem Jahrzehnt andauert: Der Jemen ist zum Schauplatz eines erbitterten Machtkampfs geworden, in dem lokale Milizen und regionale Mächte um die Vorherrschaft ringen. Im Zentrum steht die Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab, den entscheidenden Zugang zum Suezkanal.
Im Norden des Landes halten die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen die Berge besetzt – und stehen damit im Visier Israels. Im Süden dominiert eine von Golfmonarchien geführte Koalition die Küstenregionen. In den Wüstengebieten im Osten operieren dschihadistische Gruppen wie Al-Qaida. Der Jemen zerfällt in immer kleinere Machtbereiche - eine politische und militärische Zersplitterung, die sich stetig verschärft.
Seit über zehn Jahren dokumentieren die Filmemacher Miyuki Droz Aramaki und Sylvain Lepetit diese verflochtenen Konflikte, die in der Berichterstattung nur selten vorkommen. Anfang 2026 gelang ihnen der Zugang nach Aden, der größten Hafenstadt des Südjemen. Durch die Stimmen von Kulturschaffenden zeigen sie ein Land, das weit mehr ist als das Klischee von Kämpfern mit Kalaschnikows und Kat-Konsum: Der Dichter Amr Al-Eryani harrt in den Ruinen Adens aus, der Maler Murad Subay setzt sich wie die Aktivistinnen Nadwa Dawsari und Shireen Al-Adeimi für Frieden ein. Die Dokumentation enthüllt die kulturelle Vielfalt des Landes und entlarvt zugleich die Mechanismen einer humanitären und geopolitischen Katastrophe.
Dazu gehören Propagandabilder der Milizen, die hilflosen Versuche einer kaum existenten Nationalmarine und die militärischen Interventionen der USA, Israels, Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate. Mit präzisen Analysen zeichnet die Dokumentation die komplexen Strukturen eines Konflikts nach, der längst nicht mehr nur ein Bürgerkrieg ist, sondern ein Stellvertreterkrieg von globaler Dimension.

Regie

  • Sylvain Lepetit

  • Miyuki Droz Aramaki

Land

Frankreich

Jahr

2025

Herkunft

ARTE F

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