Abenteuer Seidenstraße
Farg'ona: Drehkreuz eines Kontinents

1 Min.
Verfügbar: vom 7. Dezember 2017 bis zum 5. Februar 2018
Nächste Ausstrahlung : Donnerstag, 7. Dezember um 17:10
Von Samarkand aus geht es für Alfred de Montesquiou weiter mit dem Schnellzug nach Taschkent: Der Name bedeutet eigentlich "kleine Steinsiedlung" – doch mit ihren 2,4 Millionen Einwohnern hat die Stadt sichtlich Fortschritte gemacht. Als die Russen im 19. Jahrhundert in Zentralasien einfielen, zeigte sich Taschkent kooperativ. Es wurde zur viertgrößten Metropole der UdSSR ...
Nächster Zwischenstopp ist Taschkent, heutige Hauptstadt Usbekistans und eine der größten Städte Zentralasiens. Auch nach der Auflösung der Sowjetunion 1990 zeigt das Städtebild Taschkents die typischen Merkmale der ehemaligen Sowjetrepubliken. Hinter der Tillya-Sheikh-Moschee liegt das Altstadtviertel. Dort wohnen all diejenigen, denen die von der Regierung hochgezogenen Mietskasernen nicht zusagen. Verschleierte Frauen sind in Usbekistan selten, man sieht sie fast nur noch in Alt-Taschkent. Beeindruckend sind die verschiedenen ethnischen Einflüsse – der jahrhundertelange Kulturaustausch ist deutlich zu sehen. Es gibt nicht viele konservative Muslime in Usbekistan. Mit strenger Hand versucht die Regierung, ein Übergreifen des Islams aus dem Nachbarland Afghanistan zu verhindern. Nicht weit von Alt-Taschkent mit seinen verschleierten Frauen und bröckelnden Fassaden erstreckt sich der riesige, brandneue Chorsu-Basar. Hier dominieren westlich gekleidete Usbekinnen das Bild – sie sind keine Ausnahme, sondern die Regel in diesem Land. Der Basar gibt viele Hinweise auf die kulinarischen Traditionen der Usbeken, die von zahlreichen Kulturen geprägt wurden. Der Maler Faizulla Akhmadaliev ist eine Berühmtheit in Taschkent – auch er ist ein perfektes Beispiel für die kosmopolitische Kultur, in der sich Einflüsse aus West und Ost vermischen. Das nicht mehr weit entfernte Farg’ona-Tal war die einzige Verbindung zwischen Westen und Osten. Ob Händler oder Eroberer, alle mussten durch dieses Tal. Rund 800 Kilometer von Kaschgar entfernt wird der chinesische Einfluss immer deutlicher. Im Farg’ona-Tal ist eine uralte Tradition noch sehr lebendig: die der Puppenspieler und Märchenerzähler. Von Mariam Ashurova, der Direktorin eines Puppentheaters, erfährt Alfred, dass im usbekischen Puppentheater sowohl Einflüsse des chinesischen Schattentheaters als auch des türkisch-iranischen Kulturraums vereint sind. Ein Handwerk, das im Farg’ona-Tal eine Jahrtausende alte Tradition hat, ist die Töpferei. Der Ton ist von bester Qualität und die in China entwickelten Techniken wurden hier schon früh übernommen. Nach Tausenden von Kilometern in den Fußstapfen Marco Polos entdeckt Alfred de Montesquiou schließlich noch die begehrte Handelsware, die der Seidenstraße ihren Namen gegeben hat: In der Manufaktur Marg’ilon sieht er, wie Seide noch auf traditionelle Art hergestellt wird.

Besetzung und Stab

Regie :

Xavier Lefebvre

Land :

Frankreich

Jahr :

2017