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Tschaikowsky: Die Jungfrau von Orléans
Niederländische Nationaloper, Amsterdam169 Min.
Verfügbar bis zum 02/08/2028
Die roten Linien überschreiten
Nach zwei Opern von Tschaikowsky (Eugen Onegin, 2006 am Bolschoi, und Iolanta, 2016 an der Opéra national de Paris) widmet sich Dmitri Tcherniakov nun mit Die Jungfrau von Orléans dem am seltensten aufgeführten Werk des russischen Komponisten. Im Libretto seiner siebten Oper, die 1881 am Mariinski-Theater in Sankt Petersburg uraufgeführt wurde, hatte Tschaikowsky auf zahlreiche Werke zurückgegriffen, die sich mit dem Prozess gegen Jeanne d’Arc befassen, insbesondere auf Schillers Tragödie um die französische Heilige Johanna von Orléans.
In einer drastischen Neuinterpretation, die in Koproduktion mit der Amsterdamer Oper und der Metropolitan Opera in New York entstand, gibt Tcherniakov der französischen Nationalheldin ihre menschliche Dimension zurück. Über die historische Wahrheit hinaus habe er, so der russische Regisseur und Dramatiker, nach der „poetischen Wahrheit“ der Figur gesucht: „Wie hat sie es gewagt, alle roten Linien zu überschreiten und sämtliche Tabus zu brechen?“ In der Auseinandersetzung mit diesen Fragen gestaltet er „jede Szene zu einem Verhör oder zur Rekonstruktion einer Begebenheit aus der Untersuchungsakte. Ereignisse werden neu aufgerollt, verzerrt und verfälscht, in Zeugenaussagen rekonstruiert oder als traumatische Erinnerungen wiedergegeben“. Unter der Leitung des russischen Dirigenten Valentin Uryupin vermitteln die Sopranistin Elena Stikhina in der Titelrolle, der Tenor Allan Clayton (Karl VII.) und der Bariton Andrei Zhilikhovsky (Lionel) in einer Inszenierung von großer Ausdruckskraft die vielfältigen Facetten männlicher Gewalt.
Aufzeichnung von November 2025 aus der Dutch National Opera, Amsterdam.
Komponist/-in
Piotr Ilitch Tchaikovski
Inszenierung
Dmitri Tcherniakov
Regie
Andy Sommer
Produktion
BEL AIR MEDIA
Land
Frankreich
Jahr
2025
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