(1) Prag: Worte gegen das Vergessen von Jiří Weil
Dem Unrecht mit Humor trotzen und die Erinnerung lebendig halten – darauf setzte Jiří Weil, als er sein letztes Werk "Mendelssohn auf dem Dach" verfasste. 1960 wurde es posthum veröffentlicht; Weil verstarb 1959. Die persönlichen Erinnerungen des jüdischen Autors an das von den Nazis besetzte Prag sind die Grundlage des detailreichen, multiperspektivisch erzählten Romans, in dem sich die Erfahrungen dutzender realer und fiktiver Protagonisten überschneiden.
(2) Frankreich: Die Lothringer Mirabelle
Der Anbau gelb leuchtender, zuckersüßer Mirabellen an den kalk- und lehmhaltigen Hängen Lothringens hat das Landschaftsbild entscheidend geprägt. Die rauen Winter und heißen Sommer der Region bilden ein optimales Klima für dieses Früchtchen. Tatsächlich stammen etwa mehr als 70 Prozent der weltweiten Mirabellenernte – etwa 15.000 Tonnen pro Jahr – aus den rund 2.000 Hektar umfassenden Lothringer Obstgärten.
(3) Mexiko: Isabels in Bananenblättern gegartes Hähnchenfleisch
Im Dorf Tankuché bereitet Isabel das traditionelle Hühnchengericht Pollo pibil für den Tag der Toten zu. Zuerst wird das Fleisch in Zwiebeln, Pfeffer, Minze und Annatto-Gewürz – tropische, rötlich färbende Samen – gegart. Anschließend füllt Isabel einen Nixtamal-Teig aus Mais und Schmalz mit dem Fleisch und wickelt das Ganze in Bananenblätter. Gebacken wird der Wickel in einem Steinofen oder unter der Glut eines offenen Feuers. Das fertige Gericht kommt dann als Opfergabe auf den Altar.
(4) Madagaskar: Der unsichtbare Feind
Am 29. Mai 1942 herrschte Alarm im Marinestützpunkt Diego-Suarez an der Nordspitze Madagaskars. Die Insel, eigentlich abseits des globalen Konflikts, wurde von einem unsichtbaren Feind angegriffen. Einige Tage lang wird Diego-Suarez zu einem entscheidenden Schauplatz des Zweiten Weltkriegs.