(1): Das kaledonische Exil der unverbesserlichen Louise Michel
Beim Anblick der einsamen Landschaften Neukaledoniens, dem Archipel der Gegensätze, laufen einem Schauer über den Rücken. Die Sträflingsinseln, auf denen man im 19. Jahrhundert Kriminelle und politische Gefangene inhaftierte, galten als äußerst unwirtlich – angeblich gab es dort sogar Menschenfresser! Louise Michel war Sträfling Nummer 2.182. Sie verbrachte sieben Jahre in der Strafkolonie, wo man versuchte, sie zu brechen. Doch sie kam gestärkt zurück, verwirklichte ihre Ideale und erfand sich als Ethnographin, Botanikerin und Dichterin neu.
(2):Neukaledonien: Wilder Westen in der Südsee
Die südpazifische Inselgruppe Neukaledonien gehört zu Frankreich, obwohl sie rund 17.000 Kilometer vom Mutterland entfernt liegt. Die Hauptinsel Grande Terre hat viele Gesichter, und im Hinterland – auf Französisch "La Brousse" genannt – findet man sogar Cowboys. Die Broussards widmen ihr Leben der Viehzucht, ganz stilecht wie im Wilden Westen.
(3): Neukaledonien: Fisch im Bananenblatt von Marie-Noëlle
Auf der Île des Pins faltet Marie-Noëlle Bananenblätter, um darin Fisch zu garen. Sie gibt Taro und Yamswurzel (zwei tropische Knollen), Kürbis, Meeräschen-Filets und frisch gepresste Kokosmilch hinein. Anschließend gart sie die Papilloten sanft in der Glut, damit der Fisch schön zart bleibt.
(4): Neukaledonien: Das Erbe der deportierten Kabylen
Auf Neukaledonien halten Muslime anlässlich des Opferfestes Eid am Ende des Ramadans ein Dankesgebet ab. Das Gebet gehört zu den grundlegenden muslimischen Ritualen und findet hier in einer der zwei Moscheen der pazifischen Inselgruppe statt: dem islamischen Zentrum Nessadiou in Bourail. Die religiöse Stätte an der Westküste der Hauptinsel Grande Terre bezeugt einen kaum bekannten Abschnitt der französischen Kolonialgeschichte.