Im Westen Liguriens liegt die Riviera di Ponente, auch bekannt als die Riviera dei Fiori. Das milde Klima und eine lange Tradition des Gartenbaus prägen diese Küste: terrassierte Gärten, farbige Blüten und Pflanzen aus aller Welt bestimmen das Bild.
Marcos Lochtl ist einer der letzten Fischer von Noli – einem Ort, der bis vor wenigen Jahrzehnten vom Fischfang lebte. Der Fang ist klein, aber geschmacksintensiv. Zusammen mit Gemüse bereitet Marcos daraus Cappon Magro zu: ein vielschichtiger Salat, einst ein Arme-Leute-Essen, heute Inbegriff ligurischer Raffinesse.
Im Hinterland bei Albenga lebt Aldo Lomanto, einer der letzten Hirten der Region. Die robuste Brigasca-Rasse ist an steile Hänge und karge Böden angepasst. Aus der Milch seiner Tiere produziert Aldo unter anderem Bruss, einen fermentierten Ricotta. Daraus entsteht eine kräftige, aromatische Sauce – ideal zum Würzen der Suggelli, einer typischen Nudel der Hirten, die traditionell auf den Bergweiden gekocht wurde.
In Alassio liegt die Villa della Pergola. Die Villa mit ihrem botanischen Garten wurde im 19. Jahrhundert von englischen Wintergästen angelegt, später dem Verfall überlassen und schließlich von Silvia Arnauld Ricci bei einer Auktion erworben. Über viele Jahre ließ sie Haus und Garten restaurieren. In der Küche entstehen daraus klassische Gerichte wie gefülltes Gemüse nach ligurischer Art, inspiriert vom Garten.
Oberhalb von Ventimiglia führt Ilaria Positano die Tradition der Florikultur fort – neu gedacht und ökologisch. Sie kultiviert essbare Blumen, die in der Küche zu Pasta und zu einem Pesto aus den Blüten verarbeitet werden.