Nächstes Video:
Russland: Die Generation Z - ARTE ReportageRe: Bosniens Bauern und der Kohle-Clan
2 Min.
Verfügbar ab dem 06/04/2026
TV-Ausstrahlung am Mittwoch, 8. April um 19:40
Kohle bringt Geld – und zerstört Existenzen. In Bosnien-Herzegowina sichert sich der Konzern Lager lukrative Abbaurechte und erzielt Millionengewinne, während Anwohner mit Staub, Lärm und Verlusten leben. Trotz Ambitionen der EU deckt Kohle in Bosnien-Herzegowina noch immer über die Hälfte des Energiebedarfs. Selbst der Staat fördert weiter.
Ein grauer Schleier aus Kohlenstaub liegt über den Wiesen von Fajtovici im Nordwesten Bosniens. Lastwagen donnern im Minutentakt durch den Ort – beladen mit Kohle, Millionen wert. Bauer Enes Tatalović streicht über sein Heu. Es ist grau verfärbt, kaum noch brauchbar für seine Kühe. Die Mine rückt immer näher an seine Felder heran. Unter seinen Füßen liegt eines der größten Kohlevorkommen Europas.
Noch immer gewinnt Bosnien-Herzegowina mehr als 50 Prozent seiner Energie aus Kohle – und das, obwohl das Land in die Europäische Union strebt, wo längst der Ausstieg aus fossilen Energien beschlossen ist. Die Kohle ist Fluch und Segen zugleich: Einer der wenigen natürlichen Reichtümer, aber oft gefördert auf Kosten von Mensch und Umwelt. In der Mine bei Fajtovici sicherte sich nach dem Bosnienkrieg der undurchsichtige bosnisch-serbisch-kroatische Konzern Lager die Abbaurechte für Jahrzehnte. Zweistellige Millionengewinne stehen einer wachsenden Belastung für Anwohnende und Landschaft gegenüber. Auch im Tagebau Sikulje nahe Tuzla läuft der Betrieb ungebremst weiter – hier fördert der Staat selbst.
Der Transport wirkt wie aus einer anderen Zeit: Über 80 Jahre alte Dampflokomotiven aus deutscher Produktion rangieren die Kohlezüge - Relikte des Zweiten Weltkriegs, einst bei der Eroberung Jugoslawiens und für die Ostfront im Einsatz. Für Lokführer Mamut Osmanović sind sie mehr als Maschinen: „Diese Lokomotiven waren alles in meinem Leben, ich habe damit meine Rente verdient; dank ihr konnte ich meine Kinder ausbilden lassen, mein Haus finanzieren.“
Land
Deutschland
Jahr
2026
Herkunft
MDR
Auch interessant für Sie
West-Sahara: Die Wüsten-Kämpferinnen
ARTE Reportage
Square für Künstler
Jasmila Zbanic
Étretat forever
Biografie eines Sehnsuchtsorts
Russland: Die Generation Z
ARTE Reportage
Libanon: Das Ende der Hisbollah?
ARTE Reportage
Re: Lachskrise in Norwegen
Kolumbien: Kinder als Auftragsmörder
ARTE Reportage
Iran: Nicht mehr schweigen
ARTE Reportage
Kolumbien / Argentinien
Die meistgesehenen Videos von ARTE
Die Farben der Antike
Bis zum Ellenbogen
Mit offenen Karten - Im Fokus
Wahl in Dänemark: Modell im Wandel?
Pussy, Pleasure, Power!
Die weibliche Lust in der Popkultur
ARTE Journal - 23/03/2026
Kommunalwahlen in Frankreich / Armenien, Zuflucht für Iraner / Graphic Novel: "Wald ohne Bäume"
Étretat forever
Biografie eines Sehnsuchtsorts
Karambolage
Die Fahrerhaftung / Coquillettes / Das Chanel-Kostüm
ARTE Journal
EU-Zollpakt mit Australien / Total Energies stoppt US-Windkraft-Projekte / Folter von Palästinensern
The Songs of Joni Mitchell
Mit Yaël Naïm, Charlie Winston, Delgres …
Russland: Die Generation Z
ARTE Reportage