Im "Neuen Ruanda" von Präsident Kagame wurde jeder Hinweis auf die Herkunftsidentitäten von Hutu und Tutsi aus dem öffentlichen Raum verbannt. Das Land bewegt sich, streng von oben angeordnet, in Richtung nationaler Einheit und Versöhnung.
30 Jahre nach dem Völkermord sind mehr als 60.000 Mörder von damals aus dem Gefängnis entlassen worden, sie leben nun an der Seite ihrer Opfer. Die Ruander haben sich einer eigentlich unüberwindlichen Herausforderung gestellt: denjenigen zu vergeben, die ihr Leben zerstört haben, und gemeinsam eine Zukunft aufzubauen. Es gibt auch keine andere Option, denn die Mörder waren damals meist Nachbarn, Verwandte und Freunde.
Unsere Reporter besuchten eines der acht "Dörfer der Versöhnung" in den ländlichen Gebieten Ruandas, sie wurden zu Laboratorien dieser Politik. Die Dörfer wurden von der christlichen NGO " Prisonfellowship Rwanda" mit dem Segen der Behörden initiiert.