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Verfügbar vom 26/05/2019 bis 28/05/2030
Eure tägliche Dosis Europe to Go fasst für euch zusammen, was in Europa gerade wichtig ist. Heute: Die Europawahl, natürlich! Und damit ihr perfekt informiert seid, haben wir vier Fun Facts dazu vorbereitet. Wusstet ihr, dass über 400 Millionen Europäer wahlberechtigt sind? Weltweit sind nur die Parlamentswahlen in Indien größer. Mehr spannende Fakten gibt’s hier!

Wie ist das eigentlich, wenn man zwei EU-Staatsangehörigkeiten hat? Sira ist zum Beispiel Deutsche und Niederländerin. Kann sie heute also zweimal abstimmen? Oder sogar dreimal? Sie wohnt nämlich in Frankreich. Und EU-Bürger können auch dort abstimmen, wo sie leben. Die Antwort ist: Praktisch schon! Legal wäre das aber nicht und ist sogar strafbar. Ihr erinnert euch vielleicht: Nach der Europawahl 2014 hat "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo in einer Talkshow erzählt, dass er zweimal gewählt hat: in Deutschland und in Italien. Und damit hat er ziemlich viel Empörung ausgelöst. Na gut, fünf Jahre später. Genug Zeit, um das Problem zu lösen. Denkste! Die Wahlregister werden immer noch nicht mit denen aus anderen Staaten abgeglichen – schreibt die FAZ. Wer betrügen will, kann heute also wieder zwei Stimmen abgeben, oder drei, oder was auch immer... Schon krass!

 

Ihr wisst, die Briten haben schon ihre Abgeordneten gewählt, aber wusstet ihr auch das hier: Wenn Großbritannien geht, ist Englisch keine offizielle Amtssprache mehr in der EU. Aber Moment, es gibt ja noch zig andere Länder, in denen Englisch gesprochen wird. Fühlt sich zumindest so an. Tatsächlich: Nur in Irland und Malta ist Englisch Amtssprache. Aber gleichzeitig  auch Gälisch und Maltesisch. Und weil die Briten eh schon Englisch als Amtssprache für die EU ausgewählt hatten, konnten Irland und Malta guten Gewissens ihre andere Sprache für die EU offiziell machen. Streichen wir jetzt Englisch aus der Liste der 24 Amtssprachen?

Das ist nicht ganz sicher. Fest steht aber: Englisch ist eine wichtige Arbeitssprache der Union – es wäre also ziemlich schwierig, die Gewohnheiten der ganzen Mitarbeiter zu ändern. Also, was tun? Um ganz offiziell Amtssprache zu bleiben, müsste der Ministerrat einstimmig zustimmen. Und dass man sich da einigen kann, ist nicht sicher. Vielleicht heißt es also bald: "Byebye" Englisch…

 

Das EU-Parlament ist weiblicher als die nationalen Parlamente in Europa im Durchschnitt. Seit 1979 – da konnten die EU-Bürger zum ersten Mal für das gemeinsame Parlament abstimmen – hat sich der Anteil von weiblichen Abgeordneten mehr als verdoppelt. Vor 40 Jahren waren es nur 16,3 Prozent, heute sind es 36,9.

Nicht viel, findet ihr? Naja, im Vergleich zu den nationalen Parlamenten steht das EU-Parlament gar nicht so schlecht da. Im Durchschnitt sind da nur 30,6 Prozent weiblich.
Es gibt aber große nationale Unterschiede. In Schweden liegt der Frauenanteil im Parlament am höchsten, in Ungarn am niedrigsten. Dabei hatte alles so gut angefangen. Die erste Präsidentin im EU-Parlament war nämlich eine Frau. Die Französin Simone Veil, die kennt ihr vielleicht. In ihrer Zeit als Politikerin hat sie sich vor allem für Frauenrechte eingesetzt. Mal sehen, bald wissen wir, wie weiblich das neue Parlament sein wird.

 

Ich hab euch ja vorhin schon erzählt, dass manche Leute mehrfach abstimmen könnten. Das viel größere Problem ist aber, dass die meisten Europäer überhaupt nicht wählen gehen. In manchen Wahllokalen herrscht gähnende Leere. Und es wird jedes Mal leerer. Letztes Mal, also 2014, haben 57,4% der Europäer nicht gewählt. In Deutschland waren es knapp 52 Prozent. Unter den 18- bis 24-Jährigen haben noch weniger abgestimmt: 7 von 10 Leuten blieben zu hause. Obwohl die meisten jungen Europäer die EU für ne gute Sache halten. Das passt irgendwie nicht zusammen.


  • Journalist :
    • Sira Thierij
    • Anne-Lyse Thomine
  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2019