Der alternde Halbgott Herkules hat sich unsterblich in die junge Iole verliebt, die Tochter des Königs Eutyro – und die Geliebte seines eigenen Sohnes Hyllus. Als sie sich seinen Avancen entzieht, kann sich Herkules mit dieser Zurückweisung nicht abfinden. Er bittet Venus um Hilfe, Iole zu verzaubern, doch Juno, die die Liebe der beiden jungen Menschen schützen will, greift ihrerseits ein und versetzt Herkules in einen tiefen Schlaf. Iole will die Situation nutzen, um ihn zu töten, doch Hyllus hält sie in letzter Minute zurück …
Aufbruch in die Moderne
Die Venezianerin Antonia Bembo, die sich vor ihrem gewalttätigen Ehemann an den Hof Ludwigs XIV. geflüchtet hatte, schuf diese Barockoper bereits 1707; bis heute wurde sie jedoch nie auf einer Bühne aufgeführt. Dafür griff sie auf ein Libretto zurück, das ihr ehemaliger Lehrer Francesco Cavalli schon ein halbes Jahrhundert zuvor für eine eigene Oper verwendet hatte. Das überaus moderne Werk, das nun in einer Inszenierung von Netia Jones und unter der musikalischen Leitung von Leonardo García-Alarcón (Les Indes galantes) in das Repertoire der Opéra national de Paris aufgenommen wird, rehabilitiert die zu Unrecht in Vergessenheit geratene Komponistin und erklingt nun endlich genau dort, wo es vor über 300 Jahren entstand.
Aufzeichnung vom 5. Juni 2026 in der Opéra national de Paris.
Foto © Bernd Uhlig - Opéra national de Paris