Siebzehn Monate sind vergangen und Jody ist immer noch unauffindbar. Um seine Ermittlungen wieder aufzunehmen, versucht Nelly, die Frau von Gideon Charles, einem mutmaßlichen Sexualstraftäter, davon zu überzeugen, ihm den Aufenthaltsort ihres Mannes zu verraten. Charles wurde freigesprochen und ist untergetaucht. Er stand im Verdacht, Grace, eine ihm hörige Teenagerin, manipuliert und sie als Jody ausgegeben zu haben. Claire kann sich nicht damit abfinden, um ihre Tochter zu trauern. Währenddessen bereiten Nellys Freunde im Pub eine Überraschung für seinen Geburtstag vor ...
Jagd auf Pädokriminelle
Der charmante Opportunist und Lügner Nelly – kreiert und grandios verkörpert von Lennie James (The Walking Dead) – hat nicht viel Sympathisches an sich. Doch im Lauf dieses erbitterten Thrillers verändert er sich, um seine Tochter zu finden, die wohl von Menschenhändlern entführt wurde. Auch wenn die Kulisse (eine Arbeitersiedlung in einem Londoner Vorort) so düster wie das Thema ist; Nelly gibt seinen Leidensgenossen – insbesondere Melon, gespielt von Stephen Graham (Adolescence) – die Kraft zum Handeln. Dagegen wirkt Claire, die Mutter von Jody (Suranne Jones aus Vigil), in ihren bürgerlichen Milieu fast wie erstarrt. Während seiner verzweifelten Suche trägt Nelly einen grellgelben Anorak, eine Art umgekehrte Tarnung, die zu sagen scheint: „Ich habe nichts mehr zu verlieren.“ Von seinen eigenen Dämonen geplagt, wird er zu einem gnadenlosen Jäger von Pädophilen. Getragen von erfahrenen Schauspielern, darunter Lesley Manville (Mum), hinterfragt die Serie auf scharfsinnige Weise die Suche nach Erlösung, familiäre Bindungen und sexuelle Ausbeutung.