Prachtstraßen sind monumentale Zeitzeuginnen. Ihre architektonische Schönheit und prunkvolle Anmutung überdauerten Jahrhunderte. Sie waren und sind Schauplatz für politische und kulturelle Zeitenwenden. Neben Regierungsgebäuden beherbergen sie die berühmtesten Kulturinstitutionen, sind Flaniermeilen und bis heute die erste Adresse für Besucher und Besucherinnen aus aller Welt. Doch die einstigen Symbole kultureller Repräsentation lassen sich nicht mehr ausschließlich mit romantischer Nostalgie betrachten. Wirtschaftliche Interessen und Fragen nachhaltiger Stadtentwicklung prägen heute ebenso den Blick auf Europas große Prachtstraßen. Ihre Transformation verlangt sensible Lösungen – denn sie sind zugleich Lebensraum, Arbeitsplatz und öffentlicher Raum für viele Menschen.
Die Reihe porträtiert die berühmtesten Prachtstraßen Europas in Paris, Berlin, Budapest und Łódź – und erzählt ihre Geschichte: Was verbindet die Menschen mit diesen Straßen, die hier arbeiten und leben? Welche Veränderungen bringen die Herausforderungen der Zukunft?
Unter den Linden ist Berlins berühmteste Prachtstraße: Vom Brandenburger Tor bis zur Schlossbrücke vereint sie historische Bauwerke wie Staatsoper, Adlon oder die Staatsbibliothek. Seit dem 16. Jahrhundert prägt sie Berlins Geschichte – vom kurfürstlichen Reitweg über Kriegszerstörung, DDR-Zeit und Wiederaufbau bis in die Gegenwart. Menschen wie eine Restauratorin der Staatsbibliothek, der Küchenchef des Adlon und ein Zukunftsforscher zeigen, wie Tradition bewahrt und Wandel gestaltet wird.